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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Eine besondere Kanalwanderung

27. September 2011

... von Rainer Kleinfeldt(Kanalmeister Friedrichshain)


Am 27. September war es für viele Interessenten endlich soweit, ein Teilstück des 4,5 km langen Regenüberlaufkanals vom als letztes der 12 nach dem Hobrechtschen Plan für die Stadtentwässerung von Berlin zu errichtenden Radialsystem XI als Haubenprofil mit einer Breite von 3,40 m und einer Höhe von 4,20 m im Straßenzug Prenzlauer Berg zu besichtigen.
Dieser Kanal wurde hier in der Zeit von 1906 bis 1911 auf einer Länge von rund 600 m im Schildvortriebsverfahren gebaut und besteht aus Kanalklinkermauersteinen. Er wird benötigt, um die bei der Bebauung und Kanalisierung des Gebietes vom Ortsteil Weißensee anfallenden großen Regenwassermengen in einen natürlichen Flusslauf abzuleiten. Ein solcher natürlicher und ausreichend großer Flusslauf war aber mit der Spree doch ein ganzes Ende weg von Weißensee.
Der Einstieg in den Kanal erfolgte über eine im Kanalbetrieb als luxuriös anzusehende Wendeltreppe etwa 11 m abwärts bis auf die Kanalsohle. Da dieser Kanal ständig, also auch bei Trockenwetter, etwas Wasser vom in Prenzlauer Berg einmündenden natürlichen Hamburger Graben führt, ist das Betreten nur mit Gummistiefeln möglich. Darauf wurde in der an die Interessenten geschickten Einladung auch hingewiesen, ebenso auf ein mögliches Ausfallen der Begehung bei Regenereignissen.
Beim Kanalbetrieb ist nämlich eine der Sicherheitsregeln das sofortige Verlassen der unterirdischen Anlagen beim Einsetzen von Regen. Weitere recht umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen sind vorher schon getroffen worden. Es waren dies die Reinigung des Kanals zur Minderung der Rutschgefahr, die ständige Prüfung der Luftbeschaffenheit, die Installation einer mobilen Beleuchtung, das Aufstellen von Sicherheitsposten am Eingang und am Ausgang durch Mitarbeiter der Kanalbetriebsstelle Friedrichshain unter Anleitung des an diesem Tage dafür verantwortlichen Vorarbeiters Michael Corien, die Absprache mit der LISA-Schaltwarte zur sofortigen Kontaktaufnahme mit den Sicherheitsposten bei Erreichen von gefährdenden Pegelständen im Kanal infolge von Regenereignissen, das Bereitstellen von Arbeitsschutzhelmen, Lampen und bei Bedarf auch von Stiefeln.
Aber auch an das Aufstellen und Verteilen von Informationsmaterial über dieses Bauwerk wurde durch die Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, Herrn Uwe Schulze und Herrn Arne Kuczmera mit gedacht.
So begann die erste Führung für interessierte angestellte Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Kanalnetz pünktlich um 09:00 Uhr mit der allgemeinen Einweisung über die Verhaltensweise im Kanal und mit Informationen der wichtigsten Parameter des Kanals. Wer hätte gewusst, dass der Kanal mit einem Gefälle von 1:400 bei lang anhaltendem Starkregen bis zu 25 m? Wasser pro Sekunde abführt? Als Vergleich dazu sei hier nur erwähnt, dass die Spree in Spandau eine Durchflussmenge von ca. 40 m?/s hat?
Der weitere Zeitplan war dann mit Besichtigungsinteressenten der Tiefbauämter Pankow und Mitte, der Feuerwehr Kreuzberg, des Landesumweltamtes, des BTB-Bildungszentrums, der Firma Stehmeyer & Bischoff, Bauleitern unseres Betriebes, Führungskräften von AE und WV, einer Klasse unserer Berufsausbildung , vielen interessierten Bürgern und Sportlern des Ruderclubs Turbine Grünau bis 16:00 Uhr sehr gut ausgefüllt.
Etwas eng wurde es im Zeitplan jedoch, als vormittags plötzlich Regen einsetzte und aus Sicherheitsgründen zeitweilig kein Einstieg möglich war. Am direktesten davon betroffen war unser Vorstandsvorsitzender, Herr Simon, der sich mit dem zuständigen Kanalmeister als seinem Begleiter beim Eintreffen der Nachricht aus der Schaltwarte gerade auf der ersten Hälfte des Abschnittes befand und zum Einstieg zurückkommen musste. Zwei andere Gruppen, zu denen auch die der Rohrnetzbetriebsstellenleiter gehörte, mussten kurzfristig noch abbestellt werden. Die Sicherheit ist hier immer das oberste Gebot. Dazu gehört dann eben auch das Befolgen der Anweisungen der Sicherheitsposten der Kanalbetriebsstelle, die für einen sicheren Ablauf der Begehungen sorgten.
Als Erinnerung an diesen Ausflug in die eigentlich dunklen Kanäle bleibt für viele aber ein im Scheinwerferlicht aufgenommenes Gruppenfoto im Kanal, wo man doch die teilweise gigantischen Ausmaße der Entwässerungsanlagen unter der Stadt Berlin bildhaft vor Augen hat.

Letzte Aktualisierung / last update: 05.10.2017