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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Mein erstes Ruderjahr

... von Paul Klammer

Seit genau einem Jahr rudere ich jetzt bei Turbine. Es war ein Jahr voller lustiger Erlebnisse und neuer Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte.

Schon bevor ich zum ersten Mal das Bootshaus betrat, hatte ich durch Saskias regelmäßige Schilderungen ihrer Rudererlebnisse den halben Verein kennen gelernt. So wusste ich, dass Tetzi regelmäßig Dinge vergisst oder dass man Christls Namensgedächtnis nicht trauen darf, dafür aber ihrer erstklassigen Käsesuppe.

Nach längerer Überredungszeit begleitete ich Saskia im Januar zum dienstäglichen Krafttraining mit Christl. Da das Trainingspensum zwar anstrengend, aber beherrschbar war und ich durch Christl endlich einen lang ersehnten zweiten, später auch einen dritten Vornamen bekommen habe, entschloss ich mich, auch am Donnerstag das Kastentraining zu besuchen. Sofort erhielt ich Einzelstunden unter Katjas Anleitung, die es mir bald möglich machten, mit den anderen Jugendlichen "in einem Boot" zu sitzen.

Es dauerte noch bis in den April hinein, bis ich meine neuen Fähigkeiten auch mal in freier Wildbahn ausprobieren konnte. Am 3. April legte ich im Vierer mit Janin, Liane, Saskia und Reimund Spychalski zum ersten Mal ab. Da Berlin bekanntlich ein Dorf ist, mussten Reimund und ich feststellen, dass wir uns nicht zum ersten Mal getroffen hatten. Die Fahrt war nicht spektakulär: ruhiges Wetter, 2. Rohrwall und ein gefangener "Krebs".

Doch nur zwei Tage danach passierte mir, was einem Ruderer nicht passieren sollte. Zum Anrudern meinte es Petrus wirklich nicht gut. Auf der Rückfahrt aus Friedrichshagen türmten sich auf der Dahme besonders hohe Wellen auf. Nach einigen ungünstigen Manövern war die "Stör" halb voll. Den rettenden Steg erreichte der Vierer nur mit der Spitze. Beim Zusammenprall stand die Bordwand auf Höhe der Wasseroberfläche. Trotz des Fakts, dass wir untergegangen waren, empfand ich die Situation als komisch. Mit aufgeblähter, neongrüner Regenjacke wälzte ich mich wie ein Michelin-Männchen mit Grünspan über eine Reihe schwimmender Skulls. Niemandem war etwas passiert. Ich hatte als Steuermann zwei Präsidenten, Tetzi und den ARC-Vorsitzenden Deus von Hohmeyer, versenkt. Der neben uns gewässerte Achter konnte von der DLRG gerettet werden. Die "Stör" wurde geflickt. Doch ein Blick in die Vereinsgeschichte und eine Reihe von Nachfragen haben mir klar gemacht, dass es auch hätte anders ausgehen können...

Doch meine anfangs heitere Sicht der Dinge verhinderte, dass ich das Rudern eingeschüchtert aufgab, was einige Ruderkameraden befürchtet hatten. Noch im gleichen Monat absolvierte ich zu Ostern meine erste Zwei-Tages-Fahrt. Am 1. Mai hatte ich Neuwasser in der Großen Krampe. An der dortigen Badestelle trafen Liane, Saskia und ich - Berlin ist ein Dorf! - unseren Mathe- und Physiklehrer, bevor wir von einem Wolkenbruch durchnässt wurden. Zum Herrentag umrundete ich zum ersten Mal die Müggelberge, wobei meine Ruderkameradinnen in ungenehmer Weise die Aufmerksamkeit alkoholisierter Männer auf sich zogen.

Bald wechselte dann unser dienstäglicher Trainer. Christls SAM-Stelle ging an Paule Pollack, der mir die amerikanisierte Aussprache meines Namens näher und der Jugendgruppe neben Technik auch ein wenig Ruderslang beibrachte.

Eine weitere Lehrstunde erhielt ich in Neuruppin. Zu Pfingsten war eine Drei-Tages-Fahrt auf den Rhin-Gewässern ausgeschrieben, bei der ich lernte, dass das Fahrtgepäck zwecks Kraftersparnis auf ein Minimum zu reduzieren ist. Dann lernte ich, dass man sein Ruderzeug regelmäßig warten muss.

Schon beim ersten Durchzug hatte Peter seinen Dollenring in der Hand. Aber bitte meldet den Armen jetzt nicht zu einem Bodybuilding-Wettbewerb an! Nachdem die Skulls auf dem See mit einem akrobatischen Akt meinerseits ausgetauscht worden waren, machte ich Bekanntschaft mit Kurt Lücke. Dieser fiktive Kamerad hat keinerlei verwandtschaftliches Verhältnis zu Helga und Jürgen und füllte den freien Platz in unserem unterbesetzten Vierer. Christl Arndt stellte ihn in ihrer gewohnt bestimmten Art für die Bordküche ab. Auch musste ich erkennen, dass Regenschirme bei Wind sehr kraftsparende Einrichtungen sind, als ich Spychis Vierer damit über den See rauschen sah.
Nun war ich schon weitaus fitter in meinen Bewegungen innerhalb der Ruderergemeinschaft. Aber man lernt ja ständig dazu. So auch auf der Jugendfahrt in den Spreewald. Von Paule Pollack lernte die Jugendgruppe Begriffe wie "Kompassnadeln" oder "Leibesfrucht", aber auch "20 vor 40" als befriedigende Zeitangabe zu akzeptieren. Rainer zeigte uns, wie man Boote notdürftig mit Paketband repariert. Nicht zuletzt können wir jetzt auch "Spreewaldschlag" rudern.

Eines der Highlights, wenn nicht sogar der Höhepunkt des Jugendlichen-Ruderjahres war die Jugendsternfahrt, für die wir wochenlang vorher Kostüme und Dekorationen bastelten. Mit Palmen, Baströcken und Blütenbustiers verziert, legten zwei Hawaii-Vierer bei Turbine ab und wurden bei Riho mit passender Musik empfangen. Unsere Verkleidung gewann natürlich den 1. Preis.

Auf einer weiteren Jugendfahrt schafften alle auf den letzten Drücker noch ihre Zielfahrten. Beim Abrudern traf ich - Berlin ist ein Dorf! - alte Bekannte aus der Familie Spychalski.

Ein Rudertermin, an dem ich Landdienst verrichtete, war Halloween. Dafür durfte ich als Dracula auf dem Fahrrad in Windeseile am Wasser entlang fahren, um rechtzeitig für die Teilnehmer des kurzen Halloween-Ausflugs zu spuken. Als Ausgleich gab es anschließend köstliche Kürbissuppe von Annette, die das Dienstags-Training mit ihrer SAM-Stelle im Sommer übernommen hatte.

Nach Beendigung der Saison wurde für Dienstag ein neues Trainingsprogramm aufgelegt, das neben einem Lauf-Teil auch neue Übungen wie z.B. "Herr Winter", eine anstrengende, aber auch ausgesprochen wirksame Übung nach Bullis Vorschlag, enthält.

Wenn die Sternfahrt zu Riho nicht der Jahreshöhepunkt war, kann man die Weihnachtsfeier mit Sicherheit so bezeichnen. Eine gelungene Rotkäppchen-Interpretation und eine Modenschau brachten der Jugendgruppe viel Applaus ein.
Letztes einschneidendes Ereignis in meinem Ruderjahr 2003 war der Beitritt zur Turbine-Laufgruppe kurz nach Weihnachten, der ich mich lange verwehrt hatte, weil ich keine Lust hatte, jeden Sonntag so früh aufzustehen.

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass das Jahr 2003 in rudersportlicher Hinsicht für mich erfolgreich war. Ich habe mich gut eingelebt in den Verein, habe Spaß am Rudern, meine Wettbewerbe gleich im ersten Jahr erfüllt und meinen Platz in der Jugendgruppe gefunden.

Letzte Aktualisierung / last update: 13.09.2017