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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Die Dahmequelle

... von Peter Möller

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(Bilder vorhanden!)
Es sollte ja eigentlich eine längere Radtour werden, den südlichsten Zipfel des Fläming-Skate wollten wir abfahren. Aber ein Gewitterguss änderte unser Vorhaben. Um dennoch etwas zu unternehmen, stellten wir unser Auto in Kolpien ab und machten uns zu Fuß auf den Weg zur Dahmequelle, die ja hier im Niederen Fläming entspringt, am Austenberg in einer Höhe von 116 m.

2 km auf einer Schotterpiste in leicht hügeliger Landschaft (Bild1), ein kleines Stück Waldweg, und schon standen wir an der Quelle (Bild 2).
„Das soll mal ein Fluss werden?“. Eine berechtigte Frage, wenn man dieses seichte Quellwasser betrachtete. Es floss, eigentlich tröpfelte es nur, recht sparsam aus der Erde. Und schon nach etwa zwei Metern sah man nichts mehr vom Quellwässerchen, war einfach im Erdreich versickert (Bild 3, Bild 4).
Eine Tafel am Baum zeigte uns aber, hier sind wir richtig (Bild 5), und es ist der direkte Wasserweg nach Hamburg.
Jedoch auf der rechten Seite des Weges hatte sich die Dahme ein Flussbett, also einen tiefen Graben, im Laufe der Jahrhunderte geschaffen, und da fanden wir sie wieder, allerdings bildete sie auch hier nur ab und an größere Pfützen (Bild 6, Bild 7).
Unsere Wanderung, es war ja eigentlich nur ein Spaziergang, war hier schon am Ende, das Tagesziel war erreicht.
Mich hat nun interessiert, wie es mit dem „Fluss“ hier in dieser Gegend weiter geht.

Der Dahme werden weitere kleine Bäche zugeführt, es soll ja eigentlich drei Dahmequellen geben, und man kann den Flusslauf schon erkennen. Er bildet hier die Grenze zwischen Fläming und Niederlausitzer Landrücken.
Vorbei an Kolpien und Schwebendorf hat die Dahme im kleinen Städchen Dahme schon ein richtiges Bachbett mit einer Brücke über der Hauptstraße und sie führt hier ständig Wasser.
Auf dem weiteren Weg wurden am Ufer der Dahme früher mal Wassermühlen aufgestellt, so in Prensdorf und in Liedekahle, hier gab es also schon reichlich Dahmewasser.
Nun fließt die Dahme über Golßen, vorbei an vielen kleinen Dörfern, nach Märkisch-Buchholz. Und etwa so ab Golßen können schon mal die Kanuten auf der Dahme, abhängig vom Wasserstand, paddeln.
Hier in Märkisch-Buchholz erhält die Dahme den entscheidenden Schluck Wasser, Spreewasser, eine kräftige Unterstützung durch den Dahme-Umflutkanal, es ist nun die richtige Mischung aus Spree- und Dahmewasser, das aus einem kleinen Bach einen richtigen Fluss macht und nun auch befahrbar für uns Ruderer.

Zitat aus Wikipedia:

Der Bau des Dahme-Umflutkanals geht auf einen Beschluss des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten aus dem Jahr 1904 zurück. Grundlage war das Gesetz zur Verhütung von Hochwasser vom 4. August 1904, das erlassen wurde, weil in den Jahren zuvor große Schäden durch zahlreiche Hochwasser der Spree entstanden sind. Der Bau des Dahme-Umflutkanals einschließlich der Kanalbrücke und der Wehranlagen mit Nadel- und Tafelwehr erfolgte in den Jahren 1907 bis 1911.

Der Dahme-Umflutkanal hat die Funktion, den Spreewald vor Hochwasser zu schützen und die Schiffbarkeit der Dahme zu ermöglichen. Der Dahme-Umflutkanal ist Landeswasserstraße der Klasse C.


[ Zitat Ende]

Mit diesem Kanal entstand eine wunderbare Querverbindung von der Spree zur Dahme.

Nun beginnt auch für die Wanderruderer ein vielbefahrenes Revier, vielen von uns bekannt durch Wanderfahrten:
Prieros, Bindow, Neue Mühle (hier nennt sich die Dahme für ein kurzes Stück „Staabe“), Zeuthener See, Langer See, Köpenicker Becken. Hier mündet nach etwa 95 km die Dahme in die Spree.

Hier noch die lustige Geschichte von Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg und seiner „Entdeckung der Wendischen Spree“:

Zitat aus Wikipedia:

Im Rahmen seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg hat Theodor Fontane Mitte des 19. Jahrhunderts an Bord der Sphinx eine Bootexpedition mit dem Ziel unternommen, bis zu den See- und Quellgebieten der «wendischen Spree» vorzudringen. Schon die Idee zu dieser Expedition versetzte Fontane in eine Aufregung, als ob es sich um ein Vordringen bis zu den See- und Quellgebieten des Nils gehandelt hätte.

Fontane hinterlässt folgende Charakterisierung des Flusses:

An der Brücke zu Cöpenick treffen zwei Flüsse beinahe rechtwinklig zusammen: die «eigentliche» Spree und die «wendische» Spree, letztere auch «die Dahme» geheißen. Die wendische Spree, mehr noch als die eigentliche, bildet eine große Anzahl prächtiger Seeflächen, die durch einen dünnen Wasserfaden verbunden sind. Ein Befahren dieses Flusses bewegt sich also in Gegensätzen, und während eben noch haffartige Breiten passiert wurden, auf denen eine Seeschlacht geschlagen werden könnte, drängt sich das Boot eine Viertelstunde später durch so schmale Defilés, daß die Ruderstangen nach rechts und links hin die Ufer berühren. Und wie die Breite, so wechselt auch die Tiefe. An einer Stelle Erdtrichter und Krater, wo die Leine des Senkbleis den Dienst versagt, und gleich daneben Pfuhle und Tümpel, wo auch das flachgehendste Boot durch den Sumpfgrund fährt. So diese Wasserstraße.

Bei Prieros fuhren Fontane und seine Reisegefährten nicht mehr weiter dahmeaufwärts, sondern folgten der Seenkette, die heute Teupitzer Gewässer heißt. Nach insgesamt zwei Reisetagen erreichten sie bei Teupitz das Ende der schiffbaren Gewässer.


[ Zitat Ende ]

Letzte Aktualisierung / last update: 05.10.2017