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Zu unserem Veranstaltungsplan
Dieser öffnet in einem gesonderten Fenster, Ihr findet dort die aktuelle Planung unserer Termine ...
Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Drei Jahre rudern bei Turbine Berlin

... von Heinz Lindecke

An einem gemütlichen Donnerstagabend auf der Terrasse bei Turbine in Grünau: in der einen Hand das verdiente Bierchen nach der Ruderetappe und in der anderen Hand das vorzügliche Essen - von Christel Winter gezaubert - , war ich so vermes-sen zu sagen: "Ich fühle mich wohl so als Berliner!"
Da hagelte es Proteste aus allen Ecken und die Gruppenmeinung lautete, nach drei Jahren wäre es anmaßend, sich als Berliner zu bezeichnen! Erst nach einer, andere meinten sogar, erst nach zwei oder drei Generationen könne man sich als Berliner bezeichnen. Demnach wäre ich ja ein Heimatloser, denn als Düsseldorfer darf ich mich nach drei Jahren Abwesenheit auch nicht mehr vorstellen.
Meine Gedanken waren nun angeregt: "Wann ist man wo Zuhause?" Zum einen, wenn man etwas von der Geschichte, der Kultur, den Gebräuchen und den Men-schen weiß. Und wenn man die Region und die Landschaft liebt.
Von Anfang an habe ich in Berlin mich für diese Dinge interessiert und vielfältige Kenntnisse erhalten. Der Vorteil des Neulings ist, er gehört zu keiner Gruppe und damit sind verschiedenste Informationen zugänglich.
Der Verein Turbine ist wie jeder Verein geprägt durch verschiedene Menschengrup-pen, die dann auch weitgehend unter sich bleiben. Schade eigentlich, denn es würde jede Gruppe bereichern, wenn sie den Austausch suchen würde.
Wenn man unsere Hausstrecken fährt, kann man, je nachdem mit wem man im Boot sitzt, die Welt aus facettenreichen Blickwinkeln erleben.
Fährt man zum Beispiel die Stadtstrecke, kann man von dem einen erfahren, wo die Bootswerften für Renn- und Wanderboote und die Skullfabriken waren, wer sie ge-führt hat und welche Entwicklungen dort gemacht wurden. Und wo unterhalb der Stubenrauchbrücke die besten Wanderboote gebaut wurden.
Von anderen kann man hören, welche Häuser mit grob behauenem Rüdersdorfer Kalkstein verklinkert sind und wie dieser selbst entstanden ist. Auch, dass vor dem Bau des Britzer Verbindungskanals die Deponie der Farbenfabrik für das sogenannte Preußischblau auf der heute rechten Seite der Kanals lag. Als der Kanal gebaut wur-de, entstand eine neue auf der linken Seite des Kanals. Im Ergebnis wurde die eine Deponie links durch das Land Brandenburg mit immensem Aufwand saniert, die an-dere Deponie liegt ruhig in dem kleinen Wäldchen gegenüber und wird im Winter ger-ne als Rodelberg genutzt.
Von wieder anderen lernt man die Koordinaten der Stadt aus der Sicht der Abwas-ser- und Regenkanäle kennen. So beispielsweise, dass ein Teil der Wuhle, die Neue Wuhle, nur für das heute stillgelegte zentrale Klärwerk Ost angelegt wurde. Wieder andere empfehlen den an der gesamten Wuhle entlang führenden Radweg von Ah-rensfelde bis Köpenick. Diese Tour bin ich dann geradelt, sie ist wunderschön und man glaubt kaum, mitten in einer Drei-Millionen-Stadt zu sein!
Weitere erklären die Geschichte der am Ufer ansässigen Rudervereine oder ehema-ligen Rudervereine unter den Stichworten Judentum, Nazis, Stasi oder ältester Da-menruderverein.
Wieder andere schildern, welche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Film wo gewohnt haben. Die Nächsten schwärmen von den kulinarischen Perlen von damals und heute!
Wieder andere wissen etwas über die früher vorhandene Industrie, über Brücken, Wasserverkehre oder Badestrände ...
In den vergangenen drei Jahren bin ich die Stadtstrecke nun mit unterschiedlichen Mitgliedern aus dem Verein oft gefahren und habe immer etwas dazu gelernt. Ich kann aber auch feststellen, dass kaum einer übergreifend alle Informationen hat, je-der weiß seinen Teil.

Aus Sicht des Neuen - "Nochnichtberliners" - kann ich nur sagen, es lohnt sich offen zu sein und immer einmal wieder mit anderen zu fahren und sich zu unterhalten. Seid froh über die Vielfalt in unserem Verein!
Ich bin nach drei Jahren immer noch gerne in diesem Verein, freue mich über die verschiedenen Menschen, das wunderbare Ruderrevier, die schönen Fahrten sowie das gesellige Haus.
Ich fühle mich doch schon glatt wie ein Berliner!

Letzte Aktualisierung / last update: 13.09.2017