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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Lausitzer Seen 2005

... von Winfried Spychalski

Eigentlich wollte ich über meine zweite Ruderfahrt auf den Lausitzer Seen im September 2005 nichts berichten. Das haben schon einige Fahrtenteilnehmer in ihren Vereinszeitungen schon ausführlich vorgenommen. ( RC Tegelort, RG Grünau). Vielleicht ist es trotzdem interessant, aus meiner Sicht etwas über die Fahrt zu erfahren.
Die Fahrt war meine dritte Tour in die Gegend und die längste, da wieder viel Neues zu entdecken war und eine Übernachtung eingeplant war.
Ich freue mich, dass die Fahrt bei Turbine mit Nichtachtung bedacht wurde, somit hatte ich für die fünf Teilnehmer und zwei Boote kein Transportproblem.
Als erstes stand der Senftenberger See auf dem Programm. Dank einer Stimme im Autoradio wurden wir durch die verwinkelten Straßen von Senftenberg zielgenau zur Einsatzstelle gelotst. Irgendwann hat dann auch Reimund der Frau im Radio wegen angeblich ungenauer Angaben nicht mehr widersprochen.
Den Senftenberger See gibt es schon länger. Somit hat er ein fast natürliches Aussehen. Leider kann man ihn nur zur Hälfte befahren. Ein großer Teil ist sehr flach und besteht aus alten Schutthügeln, welche immer wieder abrutschen. Diese Sperre scheint aber ein paar Grünen besonders gut zu gefallen, so daß sie die Sperren gleich für ihre Zwecke benutzt haben. Trotzdem ist das Rudergebiet groß . Fährt man immer am Ufer entlang, ergibt sich eine halbmondähnliche Strecke von guten 20 km. Das wichtigste Ereignis der Fahr war die Entdeckung des neuen Bootshauses mit Steg vom Senftenberger Ruderverein. Der Verein ist einmal um den See herumgezogen und hat jetzt in Großkoschen im Urlauberdorf ein neues Bootshaus bekommen. In einer gemütlichen Gaststätte am See gab es dann Mittag. Nach einer kurzen Fahrt zur Einsatzstelle wurden die Boote wieder aus dem Wasser genommen, mit dem ganzen Krempel die Böschung hochgedrückt und oben alles verladen.
Obwohl zwischen Geierswalder See und Senftenberger See nur ca. 1,5 km Luftlinie sind, dauerte die Autofahrt auch dank einer großen Umleitung zur Einsatzstelle nach Geierswalde 20 Minuten. Seit dem letzten Jahr hat sich hier einiges getan. Die Einsatzstelle vom letzten Jahr teilen sich jetzt mehrere neue Wassersportvereine. Das Ufer haben sie sich untereinander aufgeteilt. Ein Teil der Dorffestwiese ist jetzt Campingplatz. Der steile Sandstrand an dem letztes Jahr einige größere Boote lagen ist jetzt Badestrand vom Campingplatz. Mit etwas mehr Übung waren die Boote abgeladen, zusammengebaut und zu Wasser gebracht. Wieder ging es immer am Ufer entlang. Da auf dem Senftenberger See das Motorboot fahren verboten ist, haben sich nun die Motorsüchtigen an diesen See breit gemacht. Endlich gab es Wellen von Jetskis und Wasserskiläufern. Zum Glück ist der See aber so groß, dass wir nicht ernsthaft in Konflikt kamen. In dem See mündet ein kleiner Kanal, welcher stark verkrautet ist, und welchen ich im letzten Jahr übersehen hatte. Nach 2 km Krautrudern erreichten wir ein großes Sperrwerk. Hinter diesem Sperrwerk fliest die Schwarze Elster. Also kann man den Geierswalder See und alle weiteren See, welche wir noch befuhren, von der Schwarzen Elster aus fluten. Wieder auf dem See ging es an neuen Steinufern entlang zum Verbindungskanal zum Sedlitzer See. Da im Kanal zu wenig Wasser war, entschlossen wir uns zu einer Wanderung zum Sedlitzer See. Nach ca. 500 m gelangten wir an ein Wehr, welches mitten im Wald stand. Hinter dem Wehr lag in einiger Entfernung und fast 15 m tiefer ein Teil des Sedlitzer Sees. Am Wehr war ein Pegel angebracht, wie hoch hier mal das Wasser steigen soll. Auf dem Rückweg machten wir uns Gedanken, wo denn das ganze Wasser herkommen soll, um hier eine Seenlandschaft von der Größe Mecklenburgs entstehen zu lassen. Kurz neben diesen neuen trockenen Kanal konnte wie schon letztes Jahr der Barberakanal berudert werden. Nun weis ich auch was sich hinter dem Wehr im Barberakanal befindet. Nämlich ein Rohr zum Partwitzer See, in welchen noch ca. 3m Wasser fehlen. Bei unseren Besichtigungen hatten wir uns etwas in der Zeit verschätzt. Das Booteverladen konnte noch im Hellen erfolgen. Das Zeltaufbauen erfolgte fast im Dunkeln. Zum Glück gab es in der Nähe eine Laterne. Das Bootetragen machte hier besonderen Spaß. Auf ca. 50 m ging es hier im losen Sand ca. 10m nach oben. Ostseesand ist bestimmt fester. Ganz besonders haben wir uns bei Reimund bedankt, der uns schon in Senftenberg erklärte, dass er aus gesundheitlichen Gründen weder Boote noch sonst andere schwere Sachen tragen kann.
Unter der Laterne wurde dann noch einmal die Fahrt ausgewertet. Schatzi mit reichlicher Bettschwere zog es vor, trotz stark fallenden Taus im Freien zu nächtigen.
Am Morgen umgab uns dichter Nebel. Schnell war alles verladen und gefrühstückt. Eine Abreise um 8.30 Uhr war am Zeltplatz nicht vorgesehen. Niemand wollte uns weglassen. Aber als Ruderer hat man ja bekanntlich immer einen Hydrantenschlüssel dabei. So konnten wir über die Feuerwehrzufahrt entkommen.
Schnell war der von mir schon im letzten Jahr erkundete Sandstrand am Partwitzer See erreicht. Während der ein Teil der Fahrtenteilnehmer sich Gedanken machte ,wie man die Boote den fast 100m lagen Sandstrand am besten zum Wasser bekommten., schaute sich der andere Teil der Gruppe die zahlreichen Verbots- und Hinweistafeln an. Unter ein Schild, mit endlosen Drohungen, was einen passiert, wenn man den Weg mit dem Auto weiter fährt, hatte jemand "bis Yachthafen frei" geschrieben. Und wirklich gelangten wir auf diesen Weg zum 3 Wochen alten Yachthafen. Da das Wasser noch fehlte, diente das Hafenbecken als prima Parkplatz. Über eine Rampe hätten wir mit dem Bootshänger ins Wasser fahren können. Doch leider lagen die Boote verkehrt herum auf dem Hänger. Neben drei Angelkähnen waren auch eine Motor- und eine Segelyacht vorhanden. Also ein richtiger Yachthafen. Unser Treiben beim Abladen wurde von ein paar verschlafenden freundlichen Gestalten von den Yachten aus beobachtet. Da sich die Sonne nur schwer gegen den Nebel durchsetzen konnte, war vom spiegelglatten See nicht viel zu erkennen. Da wir wie immer sowieso am Ufer entlangfuhren, was das nicht weiter von belang. Nach einiger Zeit hatten wir besten Sonnenschein und konnten die riesigen Ausmaße des Parwitzer Sees erkennen. Irgendwann sind wir auch am Rohr von gestern vorbeigekommen. Am See werden in ca 3m Höhe überall die Ufer angelegt. Großes Interesse erregte eine vermeidliche Spundwand, welche sich bei näherer Betrachtung als Eisenbahnbrücke erwies, welche noch 30 cm aus dem Wasser ragte.
Da der See in der Mitte durch eine Landzuge in fast zwei Hälften geteilt wird, fuhren wir darauf eine Acht. Große Pausen wurden nicht gemacht, da wir noch einiges vorhatten.
Schnell war wieder alles verladen und ab ging es in die schöne Dorfgaststätte nach Alt Partwitz zum Mittageseen. Zum Glück hatte Scherbi diesen Tag Geburtstag und wir brauchten nicht zu bezahlen. Er lässt auf diesem Wege noch einmal danken, dass niemand von Turbine mitgekommen ist.
Als letzter See stand der Sedlitzer See auf dem Programm. Obwohl noch 13 m fehlen und das von uns besichtigte Wehr wie ein Aussichtsturm oben im Wald steht, ist es schon jetzt riesig. Die einzige Zufahrt ist immer noch nicht ausgeschildert. Nach kurzen Suchen hatte ich sie wieder gefunden. Zum Gelände des Segelvereins führt eine steile Schotterrampe. Eigentlich hatte ich Bedenken, dass ich da wieder mit dem Bootshänger wieder hochkommen, aber ich hatte ja noch 4 Mann zum schieben mit. Von einem Segler wurden wir belehrt, dass es verboten ist, den See zu befahren und nur die Segler eine Sondergenehmigung haben. So hatten wir beschlossen für 3 Stunden Mitglied des Segelverein zu sein und ab ging die Fahrt auf dem riesigen See. Neben den kahlen Schuttkegeln, welche wie Felsen aus dem Wasser ragen ist hier der untergegangene Wald die Hauptattraktion. Im klaren Wasser lassen sich genau die Baumwipfel erkennen. Teilweise ragen sie auch aus dem Wasser heraus. Wenn man mit dem Boot über die Bäume fährt, kommt man sich wie ein Vogel vor, der über den Wald fliegt. Der See hat die Form eines Dreiecks. Wie im letzten Jahr hatten wir für eine Richtung eine dreiviertel Stunde benötigt, was bei unseren Tempo ca. 7 km gewesen sein können.
Das Wasser im See ist klar aber hoch aggressiv. Nach 3 Stunden rudern hat sich unsere Messingkielschiene in eine kupferne verwandelt.
Nach dem Verladen der Boote kam noch die Aktion mit der Rampe. Nachdem ich die Automatik auf Winter umgestellt hatte, hatten die Räder dann doch genügend Halt gefunden, so daß niemand schieben musste. Der Hänger dürfte allerdings frisch gesandstrahlt worden sein.
Oben angekommen legten wir noch einen kurzen Halt ein und genossen das Panorama des Sedlitzer Sees. Nach knapp einer Stunde waren wir im Bootshaus, wo wir dann zum Dritten mal an diesen Tag die Boote abgeladen und zusammengebaut hatten.
In den nächsten Jahren werde ich wieder eine Fahrt zu den Lausitzer Seen unternehmen. Vielleicht ist dann schon mal ein Verbindungskanal befahrbar, sodaß das Bootetransportieren wegfällt. Man benötigt dazu aber noch möglichst windstilles Wetter, denn bei 6 km langen Wasserflächen baut sich schnell eine gefährliche Welle auf.
Vielleicht kommt dann auch noch jemand vom Verein mit.

Letzte Aktualisierung / last update: 05.10.2017