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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Anrudern 2007

Da merkste, detste lebst

... von Matthias Kohls

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(Bilder vorhanden!)
Das Wochenende fing schon verheißungsvoll an. Am Abend des 30. März trafen sich einige wackere Veteranen des ARV samt einer kleinen jungen Garde im Bootshaus Grünau, um einen zünftigen ARV-Kommers abzuhalten. Clubbruder von Homeyer stellte anhand einer eigens zum 115-jährigen Bestehen des ARV herausgegebenen Jubiläumsschrift liebevoll zusammengetragene Rechercheergebnisse zur Geschichte des studentischen Ruderns im Allgemeinen und des ARV im Besonderen vor. Sein engagiert gehaltener Vortrag hat sicherlich so manches Vorurteil, das bei dem einen oder anderen gegenüber studentischen Korporationen bestanden hat, abbauen geholfen. Zudem stellte er unseren Sportclub Turbine in einen Traditionsbogen, der diesem durchaus Patina verlieh und würdigte ausdrücklich die Leistungen der Turbine-Ruderer bei Erhalt und Wertverbesserung des ehrwürdigen Bootshauses. Im "gemütlichen Teil" konnten wir nach dem - ein wenig mühevollen - Absingen alter Studenten- und Rudererlieder sowie dem Verzehr des männlich-schlichten Imbisses auch noch einige Gäste von der RG Treptow begrüßen. Ein Gegenbesuch wurde vage vereinbart, die Qualität des vorhandenen Gerstensaftes weiterhin kräftig geprüft und ungefähr zu diesem Zeitpunkt verliert sich das Erinnerungsvermögen des Autors im Dunkel der Nacht.
Dieses wurde noch am selben Tag abgelöst von einem strahlenden Morgen mit Vogelgezwitscher und milden Lüften - wie zum Wassersport gemacht. Der überaus verdienstvolle Heinz Lindecke hatte in weiser Voraussicht und mit eiskalter Berechnung für ein rustikales Frühstück gesorgt, so dass unsere Lebensgeister alsbald zurückkehrten. Auf dem Sattelplatz vor dem Haus bestand indes unser neuer Wanderruderwart Paul Klammer seine erste Bewährungsprobe. Er hatte lange und sorgfältig an der Aufteilung der teils weit gereisten Gäste und natürlich "unserer" Leute auf die vorhandenen Boote getüftelt. Das zahlte sich jetzt aus. Reibungslos, ohne Murren und Knurren fand sich Besatzung um Besatzung zu Ihrem Boot, setzte ein und legte ab. Den Autor verschlug es in die "Klingelhöfer". Mit diesem Flaggschiff fuhren wir also auf altbekannten Routen durch die erwachende Natur. Es war doch nicht das erste Mal, und doch war`s schön... (Lacky). Der Weg führte uns an den Rohrwällen vorbei, über den Seddinsee und durch den Gosener Kanal. Nach einem beeindruckenden Wendemanöver gelangten wir in die Müggelspree und fuhren sachte Richtung "Luftfahrt". Die Anlieger, die rechts und links ( ich meine natürlich backbord und steuerbord ) in ihren Gärten pusselten, sahen kurz auf und freuten sich. Sie schienen uns Ruderer vermisst zu haben.
Bei den Luftfahrern wurden wir dann schon von Sportfreunden aus Erkner und Rüdersdorf empfangen. Mit großem Hallo begrüßte man einander und selbstverständlich wurde der unterwegs erlittene Flüssigkeitsverlust ausgeglichen. Die vorletzte Etappe führte uns dann über den Müggelsee, der im Gegensatz zum Vorjahr gänzlich eisfrei war. In Höhe Bürgerbräu hörten wir schon das Wummern der Musikanlage, folgten der nächsten Spreebiegung und waren beim FRV. Was für ein Anblick! Boote über Boote, die rührigen Organisatoren kamen mit dem Annehmen und Verholen der Sportgeräte gar nicht nach. So dauerte es gute dreißig Minuten, bis wir unseren Kahn verlassen und in die Ruderfamilie eintauchen konnten. Haus und Terrasse des Friedrichshagener Rudervereins waren in bewährter Weise hergerichtet und boten, was das Herz begehrte. Die Ruderkameraden aus Dutzenden Vereinen freuten sich über das Wiedersehen und erzählten einander, was in der dunklen Jahreszeit so alles geschehen war. Dazu schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel, Bratwurstduft umwehte uns und das gute Bürgerbräu floss in Strömen. Manch einer wagte sogar ein Tänzchen. Ein in Ehren ergrauter Tegelorter Ruderrecke, neben den ich zufällig zu stehen kam, ließ seinen Blick über all dies schweifen und fasste seine Eindrücke berlinisch-knapp in die Worte: "Da merkste, detste lebst".
Dem ist einfach nichts hinzuzufügen.
Höchstens noch soviel: Die Rückfahrt erfolgte planmäßig über Köpenick, Betriebshalt bei "Energie" wurde unterlassen, daher frühzeitige Ankunft im Heimathafen. Heimweg angetreten unter vorbildlichem Zurücklassen des Kraftwagens. Ein schöner Vorwand, um am Sonntag gegen Mittag gleich noch mal im Bootshaus vorbeizuschauen.

Letzte Aktualisierung / last update: 17.07.2017