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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Freuden mit Gelassenheit

Wanderrudertreffen Bremen (14.-16. September)

... von Heinz Lindecke und Silke Helling

Das Treffen der Wanderruderer lud diesmal nach Bremen ein. Die Stimmen, die die jährliche Zusammenkunft der Freizeitruderer bewerten, sind nicht unkritisch. Sagen doch viele, dass der Aufwand nicht im ausgewogenen Verhältnis zum Nutzen stehe - wenige Kilometer, z.T. in schlechten Booten und mit z.T. schwachen Mannschaften.
Diese gedanklichen Ansätze sind jedoch zu hinterfragen. Unsere Erlebnisse waren die folgenden: Durch eine sehr frühe Anreise am Freitag waren wir die Ersten im Meldebüro, u.a. um noch den Werbestand der Berliner Rudervereine, die das Treffen im Jahr 2008 ausrichten, zu bestücken. Anschließend war noch ausgiebig Zeit, ein uriges Mittagessen auf den verwirrend und romantisch angeordneten Terrassen des Restaurants "Katzen-Café" im Schnoorviertel zu genießen. Am Nachmittag absolvierten wir eine "Bildungseinheit", gespickt mit wissenschaftlichen Experimenten im futuristischen Museum Universum Science Center Bremen.
So im Geiste inspiriert, war es schön, am Abend im Festzelt die Ruderfreunde aus nah und fern wiederzusehen. Großes Hallo schallte bei den Berlinern von Turbine und den Teilnehmern vom Düsseldorfer Ruderverein. Beide Vereine vernetzen sich durch vielfältige Verbindungen aus Beruf, Studium oder Liebe immer weiter. Die später abends aufgelegte Musik soll dann die Gespräche zum Erliegen oder die Stimmen zur Heiserkeit gebracht haben. Wir haben uns diesem entzogen durch einen Bummel über die "Schlachte", der direkt am Wasser gelegenen Amüsiermeile Bremens.
Für den Samstag ist der Spruch "In der Ruhe liegt die Kraft" von maßgeblicher Bedeutung. Nur wer nicht hektisch wird und sich in Gleichmut und Geduld fasst, der hat auch einen schönen Tag. Bei den vielen hundert Teilnehmern und den -zig Booten dauert es eben, bis jeder sein Boot erreicht und alle zusammen dieses dann zu Wasser gebracht haben. Schleusen, die uns dann auf dem Weg durch die schöne Wiesenlandschaft erwarteten, sind schon bei normalen Fahrten ein zeitfressendes Hindernis - um wie viel mehr dann bei der Unzahl von Booten!
Dass man bei dieser Veranstaltung nicht unbedingt in die besten Boote kommt, das weiß der erfahrene Teilnehmer. Auch hier hilft Gleichmut: wenn der Dollenstift bei jedem Schlag, weil lose, mit um die senkrechte Achse schwingt. Man kann es negativ empfinden, dass unbekannte Ruderer einen schnelleren Schlag wollen und dieses dadurch signalisieren, dass sie bei jedem fünften Zug in die Blätter rasseln. Aber man kann dies auch mit Gelassenheit sehen und sich an den Kameraden freuen, die aus Dänemark, Minden, Bremen und Hamburg kamen. Die Gespräche sind bereichernd und die Fahrt, auch wenn der Wind heftig gegen hielt.
Der böige Wind und die vor Bremen breite Weser in Verbindung mit dem regen Schiffsverkehr waren nicht für alle das Optimum, zumal in den C-Booten. Viele mussten zum Wasserschöpfen an Land gehen und im schlimmsten Fall sogar schwimmen. Mit einer Schwimmeinlage konnte ich, Heinz, einem Boot, dessen Besatzung untergegangen war und dabei wie versteinert an Bord sitzen blieb, helfen. Das brachte mir viel Dank und am Abend unzählige Runden Freibier ein. Dass Einige der Geretteten Kölnerinnen waren, geht mir als gebürtigem Düsseldorfer natürlich nahe…
Die Landung in Bremen und die Abendverpflegung waren wieder sehr gut organisiert, wenn auch der starke Wind zu Hochwasser und zum Ausfall von Stegen und Lagerplätzen führte. Das tagsüber parallel angebotene Landprogramm mit Stadtführung, Essen im Ratskeller und Schifffahrt war ein tolles Erlebnis und bestens vorbereitet. Von Deck eines Ausflugsschiffes konnten die dem Ziel entgegenstrebenden Sportler begrüßt, ermuntert und bewundert werden. Der Abend im Partyzelt bei guter Musik, ausgelassener Stimmung und viel Tanz rundete den schönen Tag ab.
Am Sonntag besuchten wir den offiziellen Festakt im Gebäude der Bremer Bürgerschaft am Markt. Bei strahlendem Sonnenschein, klassischer Musik und herrlichem Blick auf den Rathausplatz war das ein weiteres beeindruckendes Ereignis. Jedoch auch hier war wieder Geduld gefragt, um die Reden und die Wiederholungen durch die Folgeredner zu überstehen. Aber bei der Siegerehrung wurde Turbine dann mit vier Äquatorpreisen belohnt. Das ist doch eine Leistung, einmal um die Welt gerudert zu haben! Dann erhielten wir noch als Krönung den in jeder Hinsicht schwergewichtigen Preis für den 1. Platz in unserer Klasse für den Wanderruderwettbewerb. Diese Siegertrophäe eignet sich übrigens auch als Autoseitenfensterersatz. Wie es heute in Großstädten manchmal passiert, traf einige von uns das Schicksal des Autoeinbruches. Auch für solche Fälle ist Gleichmut sehr hilfreich.
"Geduld ist das Tor zur Freude" lautet ein Sprichwort. Wir waren geduldig und hatten am Bremer Wanderrudertreffen sehr viel Freude. Im kommenden Jahr 2008 ist Turbine Mitausrichter dieses Events und es kommen hoffentlich viele unserer Vereinsmitglieder und aus allen Vereinen, bei denen das Wanderrudern wichtig ist.

Letzte Aktualisierung / last update: 10.08.2017