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Zu unserem Veranstaltungsplan
Dieser öffnet in einem gesonderten Fenster, Ihr findet dort die aktuelle Planung unserer Termine ...
Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Lausitzfahrt 1. + 2. September 2007

... von Winfried Spychalski

Schon 2003 und 2005 hatte ich eine Fahrt in die Lausitz zum neu entstehenden Seengebiet angeboten. Im Jahr 2007 sollte es eine Neuauflage geben. Diesmal gab es aus dem Verein auch einige Interessenten. Aber auch bei unseren Nachbarvereinen haben sich noch einige Ruderer gemeldet. Leider sind dann beim Verladen der Boote noch einige wieder abgesprungen, so dass dann noch 8 Personen vom RC Turbine, BRC Ägier, Friedrichshagener RC, RG Grünau und RC Tegelort übrig blieben. In weiser Voraussicht wurde unser Boot Mulde mit Abdeckungen und ein D-Vierer von der RG Grünau verladen.
Wie immer ging es zur Wanderfahrt am Sonnabend früh um sieben Uhr im Bootshaus los. Nach drei Stunden erreichten wir den Bärenwalder See. Der See ist der östlichste See der neuen Seenkette und zur Zeit der größte See Sachsens. Es sind nur noch zehn Kilometer bis Bautzen. Der See wurde erst im Juni 2007 für die Öffentlichkeit freigegeben. Es gibt nur eine Einsatzstelle am östlichen Ufer. Der See hat zirka fünf Kilometer im Durchmesser, dazu gibt es noch einige Buchten zu erkunden, so dass man auf knappe 20 Kilometer kommt, wenn man immer am Ufer entlang fährt.
Schnell waren die Boote abgeladen und abfahrbereit gemacht. Es war ein entscheidender Zeitgewinn, dass die Ausleger und einige Einbauteile beim Transport immer am Boot angeschraubt bleiben konnten. Misstrauisch wurde unser Treiben vom zuständigen Leiter der Seewacht beobachtet. Bei der Losfahrt bescheinigte er uns, dass wir die ersten Ruderer auf den See waren.
So schnell wie die Boote startklar waren, frischte auch der Wind auf. Obwohl es maximal Windstärke vier war, türmten sich die Wellen fast einen Meter hoch auf . Die Wahl der Boote hatte sich schon nach den ersten hundert Metern ausgezahlt. Da die ersten Kilometer längs zu den Wellen gerudert wurden, kamen doch einige Wellen über Bord, so dass die Mannschaft schnell nass war. Dem D-Vierer machten die Wellen nichts aus.
Der See hat außer endlosem Sandstrand mit dahinterliegendem Wald, glasklaren biologisch totem Wasser, der Silhouette des Kraftwerks Boxberg und einem Blick auf die etwas entfernt liegenden Lausitzer Berge nicht viel zu bieten.
Die letzten fünf Kilometer zur Einsatzstelle ging es dann recht flott mit dem Wind zurück. Das Anlegen war fast genauso wie an der Ostsee in der Brandung. Durch einen aufziehenden kräftigen Regenschauer wurden die Boote in Rekordzeit verladen. Bei den ersten Regentropfen konnten wir in die Autos springen und ab ging die 20 Kilometer lange Autofahrt zum schon bekannten Geierswalder See. Hier fuhren wir wieder zu dem kleinen Zeltplatz.
Neuerdings gibt es einen schönen Toiletten- und Duschcontainer. Man hätte auch eine Ferienwohnung mieten können. Nach kurzem Umtrunk und Mittagessen am Imbissstand wurden die Boote zur nächsten Seeumrundung startklar gemacht. Wieder mussten wir an der windigsten Ecke des Sees starten. Da der See etwas kleiner ist, waren die Wellen nicht ganz so hoch.
Am See haben sich schon einige Motorbootvereine angesiedelt. Zum Glück waren sie wegen des kühlen Wetters nicht so aktiv. Obwohl die Vereine feste Grundstücke haben, hat noch kein Verein ein festes Haus gebaut. Es stehen jede Menge Wohnwagen, Wohnmobile und Container herum.
Der Geierswalder See wird einmal der Mittelpunkt der neuen Seenlandschaft werden. Von ihm sollen drei Kanäle ausgehen. Alle Kanäle sind vom See aus befahrbar. Als erstes wurde der alte Kanal befahren, welcher den See mit der Schwarzen Elster verbindet. Wegen des geringen Wasserstandes blieben wir auf den letzten 200 Metern bis zum Einlassbauwerk im Morast stecken. Weiter ging es dann zum Wehr des ein Kilometer langen Sarnower Kanals. Diesen Kanal sind wir schon vor zwei Jahren in dessen trockenem Bett entlang gewandert.
Diesmal war das Wasser im See zirka 30 Zentimeter weniger, der Kanal aber etwa zwei Meter tief. Auch das Wehr, welches vor zwei Jahren vollkommen im Trockenen stand, war diesmal vom Wasser umspült. Sollte man da vor zwei Jahren etwa…? und alles noch einmal neu gebaut? Entscheidend war aber, was hinter dem Wehr war. Denn da war kein Wasser, sondern ein bewaldeter Abhang. In 500 Metern Entfernung konnte man einen Teil der Sedlitzer Sees erkennen. Im nächsten Jahr soll hier weiter geflutet werden. Danach wurde noch der Barbarakanal befahren. Immer noch das gleiche Wehr mit dahinter liegendem Rohr zum Partwitzer See.
Bei abflauendem Wind ging es dann zur Einsatzstelle zurück. Wieder wurde alles schnell verladen, dann die Zelte aufgebaut und zum Abendbrot die Tische und Stühle vom bereits geschlossenen Imbissstand besetzt. Da niemanden das diverse Bier und der Schnaps schmeckten, wurden zeitig die Zelte aufgesucht.

Am nächsten Morgen wurde zeitig aufgestanden. Schnell waren die Zelte abgebaut. Unser nächstes Ziel war der Partwitzer See. Vor zwei Jahren gab es diverse Hinweisschilder zur einzigen Einsatzstelle. Diese waren alle verschwunden. Stattdessen fanden wir uns auf einer Baustelle zur Uferbefestigung wieder. Hier soll einmal eine Wasserstadt mit schwimmenden Häusern und einer Marina entstehen. Zumindest gab es schon einen schwimmenden Bungalow und vier Boote. Nachdem wir die Boote über die halbe Baustelle und einen steilen Schotterhang hinab zum Wasser geschleppt hatten, entdecken wir beim Ablegen die nicht weit entfernte Einsatzstelle.
Der See hat die Form einer Acht. Der eine Teil ist zirka vier Kilometer im Durchmesser, der andere zweieinhalb. Außer Wald, Sand- und Schotterstrand gibt es hier nichts weiter zu sehen. Da das Wasser etwa einen halben Meter höher war als vor zwei Jahren, konnten noch einige Buchten mehr befahren werden. Wieder frischte der Wind recht kräftig auf, so dass es bei der Mulde trotz Abdeckungen wieder Neuzugänge gab.
Mittag gab es dann wieder in der nicht mehr so ganz preiswerten Gaststätte in Alt Partwitz. Nach dem Essen wurde noch ein unmittelbar hinter dem Ort liegender noch nicht gefluteter Tagbau in Augenschein genommen. Man hätte hier glatt einen Wüstenfilm drehen können. Das ganze war eine sprichwörtliche Mondlandschaft.
Trotz fortgeschrittener Stunde und starkem Wind sollte es noch zum Senftenberger See gehen. Da es den See schon 30 Jahre gibt, ist hier alles besser erschlossen und die Ufer geben den See fast ein natürliches Aussehen. Nachdem wir per Handy uns alle an der Einsatzstelle versammelt hatten, wurde entschieden, doch noch eine kleine Runde auf dem recht rauen Wasser des Sees zu rudern. Wieder wurde gegen den Wind losgerudert und dann die Rückfahrt genossen.
Bei diesem See kann nur etwa die Hälfte befahren werden, einige Teile sind, warum auch immer, gesperrt und andere Teile sind so flach, dass man hier sogar mit dem Ruderboot auf Grund fährt. Trotzdem kamen noch einmal 13 Kilometer zusammen. Zum letzten Mal wurde alles wieder einen unbequemen Hang hinaufgeschleppt und verladen.
Irgendwann ist dann doch noch der Bootshänger im Verein eingetroffen. Die Boote wurden zum letzten Mal abgeladen und in die Bootshäuser gebracht.

Trotz des nicht idealen Wetters konnten wir dank der mitgenommenen Boote eine mal etwas andere Wanderfahrt durchführen. Jedes Jahr braucht man aber dort nicht hin zu fahren. Dazu verläuft die Entwicklung dort zu langsam. Vergleicht man die Planungen zur Seenlandschaft mit dem Erlebten und Gesehenen, so kommen einem doch gewisse Zweifel an der Durchführbarkeit.
Sollte es in dieser Gegend wieder neue Dinge per Boot zu erkunden geben, werde ich auch die nächste Wanderfahrt dorthin unternehmen. Eventuell werde ich 2008 eine Fahrt nach Leipzig machen. Da sollen schon einige Seen miteinander verbunden sein, so dass die Bootstransporte etwas weniger werden.

Letzte Aktualisierung / last update: 10.08.2017