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Zu unserem Veranstaltungsplan
Dieser öffnet in einem gesonderten Fenster, Ihr findet dort die aktuelle Planung unserer Termine ...
Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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"Raus in't Jrüne"

Befahrung des Naturparks Dahme-Heideseen

... von Dieter Frangenberg
(Club für WS Porz 1926)

Nach den anstrengenden Tagen des 43. WRT 2008 traf sich am Nachmittag nach Feierstunde und Frühschoppen ein munteres Trüppchen "alter" Wanderruderinnen und Wanderruderer im Bootshaus des RC Turbine Grünau e.V., um mit den beiden Fahrtenleiterinnen Christel Schwiemann und Helma Westphal eine Turbine-Vereinsfahrt mit Ruderfreunden vom 14. bis 20.09.2008 zu unternehmen.
Von den 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kamen 12 aus verschiedenen Vereinen. Bei Kaffee und Kuchen, anschließender Aufgabenverteilung (z.B. Flaggen und Flaschenwart), Vorstellen der Obleute, Quartier- und Bettenbeziehen und Grillabend war reichlich Zeit, Anekdoten auszutauschen.
Am nächsten Morgen, dem 1. Rudertag, war zur Eingewöhnung eine Müggelseeumfahrt angesagt. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbüffet, welches die Damen schon um 7.30 Uhr für uns zubereitet hatten, starteten gegen 8.30 Uhr die Boote in Richtung Dahmemündung. Die beiden Mündungsarme der Dahme in die Spree umschließen eine Insel, auf der Köpenick mit seinem barocken Schloss entstanden ist. Durch die Lange Brücke ins Köpenicker Becken, wo Dahme und Spree zusammenfließen, ruderten wir Stb. durch die Dahmebrücke spreeaufwärts und erreichten nach 3 km das Bootshaus des RV Friedrichshagen.
Von hier ging es zu Fuß zu Berlins ältester Brauerei, der Familienbrauerei Berliner Bürgerbräu. Nach der Besichtigung und der Bierverkostung erhielt jeder Teilnehmer ein Bierkenner-Diplom, dass er mit meisterlichem Können an der Bierverkostung teilgenommen hat.
Nach einem guten Mittagessen beim Friedrichshagener RV ruderten wir weiter in Richtung Müggelsee. Am Seeeingang hatte der Wind aufgefrischt, sodass eine Überfahrt zu riskant gewesen wäre und die Fahrtenleitung beschloss, auf dem gleichen Weg wie bei der Hinfahrt zurück zu rudern.
Jetzt hieß es landfein machen, denn die Fahrtenleitung hatte zu 18.30 Uhr eine Führung im Fernsehturm organisiert. Wir hatten Glück und von der 203 m hohen Panoramaetage eine gute Sicht bis ca. 50 km. So konnten wir Berlin aus der Vogelperspektive betrachten. Bei anschließendem Abendessen im 207 m hohen Restaurant Tele-Café, welches sich im ? Std.-Takt um die eigene Achse drehte, genossen wir den Übergang in die Dämmerung zur Nacht - eine tolle Idee und ein guter Anfang.

Am 2. Rudertag, vom Bootshaus Turbine nach Prieros, hieß es für die Herren früh aus den Federn, weil sie sich bereit erklärt hatten, das Frühstücksbüffet herzurichten. Ein jeder hatte seine Aufgabe: Wurst schneiden, Brot schneiden und rösten, Eier kochen, Tee und Kaffee aufbrühen, Tisch eindecken usw.
Nach dem Frühstück musste das Gepäck verladen werden, es ging ja "in’t Jrüne".
Unser ständiger Landdienst Klaus Westphal verstaute unser Gepäck fachgerecht in seinem Transporter. So ein ortskundiger Landdienst hat noch eine wichtige Funktion. Er muss ständigen Kontakt zur Fahrtenleitung haben, um bei Gefahren und Unfällen in diesen einsamen Gegenden Hilfe herbeiholen zu können. Um 9.30 Uhr Start des letzten Bootes in Richtung Prieros. Über den Langen See, an Bammelecke, Richtershorn, Schmöckwitz, Eichwalde, Zeuthener See und Königs Wusterhausen vorbei, gelangten wir zur Schurre ins Oberwasser verracht und festgemacht. Nach dem reichhaltigen und deftigen Mittagsmahl hatten wir Schwierigkeiten, mit vollem Magen wieder den richtigen Ruderythmus zu finden, galt es doch noch, über Krüpel- und Dolgensee nach Prieros zu rudern.
In Prieros am Hotel " An der Dahme" , wo wir für 3 Nächte Quartier bezogen, konnten wir die Boote über eine Rolle aus dem Wasser nehmen und auf der Wiese lagern. Nach Einteilung und Beziehen der Zimmer war am Abend gemeinsames Abendessen im Hotel angesagt.


Am 3. Rudertag, von Prieros zum Glubigsee, genossen wir zuerst mal das Frühstück im Hotel. Da aus Zeitmangel keine Mittagsrast eingelegt werden konnte (4 Schleusen, wobei die letzte Schleuse um 15 Uhr zu passieren war), musste sich jeder sein Lunchpaket selber zurecht machen.
Um 9.00 Uhr war Ablegen der Boote. Einen knappen km abwärts bogen wir in nordöstlicher Richtung über den Langen See an Kollberg vorbei zum flachen, im Verlanden begriffenen Wolziger See ein. Nach der Seeüberquerung ruderten wir bei Wolzig in den altertümlichen Storkower Kanal ein, der die Verbindung zum großen Storkower See herstellt. Zwischen Schilf und Seerosenblätter gesäumten Ufern kamen wir nach 3 km an die 1. Schleuse (Kummersdorf). Nach 5 km erreichten wir Storkow mit der 2. Schleuse. Über den großen Storkower See, der sich zu seinem südöstlichen Ende hin verengt, erreichten wir nach 7 km die Schleuse Wendisch Rietz. In dem beinahe rechtwinklig anschließenden Scharmützelsee hatten wir Zeit, eine Rast einzulegen und unser Lunchpaket zu verzehren. Nach der Rast überquerten wir den Scharmützelsee am südlichen Ende und ruderten in die enge, schilfbewachsene Einfahrt zur kleinen Schleuse (max. 4 Vierer) und waren rechtzeitig zur 15-Uhr-Schleusung vor Ort. Die Schleuse wird nur viermal am Tag durch einen Schleusenwärter bedient (8 , 12, 15 und 19 Uhr). Durch einen weiteren schilfbewachsenen Graben gelangten wir auf den großen Glubigsee, unser heutiges Ziel. Durch einen weiteren Kanal kann man auch zum Springsee durchfahren. Aber zunächst genossen wir auf dem Glubigsee die natürliche Stille und Schönheit. Hier erlebten wir die Natur pur in der Randlage von Berlin.
Bb. mittig des Glubigsees legten wir an einem Badestrand an und konnten unsere Boote an einer Steganlage festmachen. Ein kurzer durch einen Kieferwald führender Weg, und wir standen auf der Terrasse des Ferienhauses von Helma und Klaus Westphal, wo wir mit Kaffee und Kuchen empfangen wurden. Petrus war uns hold gesonnen und wir konnten alle von der offenen, überdachten Terrasse aus die Ruhe und Stille der Natur genießen.
Gegen Abend war es erst mal mit der Ruhe vorbei, es wurde gegrillt. Die Westphals tischten uns reichlich auf, was Küche und Keller hergab. Es wurde erzählt und gesungen.
Es war ein wunderschöner Abschluss eines Rudertages. Herzlichen Dank an Helma und Klaus für die schönen Stunden. Ein Transfer per Kleinbus brachte uns am späten Abend zurück ins Hotel.

Am 4. Rudertag, vom Glubigsee nach Prieros, schrillte der Wecker frühzeitig. Um 6.15 Uhr gab es schon Frühstück im Hotel und ab 7.00 Uhr wieder einen Transfer per Kleinbus zum Glubigsee, um rechtzeitig um 8.00 Uhr an der Schleuse zu sein. Nach der Schleusung konnten wir unsere Fahrt Richtung Prieros angehen lassen. Nach der Schleusung in Wendisch-Rietz und Storkow machten wir unsere Boote im Unterwasser der Schleuse Storkow zur Mittagsrast fest. Danach ruderten wir auf dem Storkower Kanal durch die Schleuse Kummersdorf, über Wolziger See und Langer See nach Prieros zurück. Das Abendessen wurde wieder gemeinsam eingenommen.

Am letzten, dem 5. Rudertag ruderten wir von Prieros zurück zum Bootshaus von Turbine Grünau. Um 7.30 Uhr gab es Frühstück im Hotel. Anschließend verstaute Klaus unser Gepäck in seinem Kleinbus und gegen 8.30 Uhr ruderten wir in Richtung Berlin über Dolgen- und Krüpelsee zur Schleuse Neue Mühle. Nach Verbringen der Boote über die Schurre ins Unterwasser und Festmachen ging es zur Mittagspause in Riedels Landgasthof. Diesmal gab es Eintopf. Nach dem Mittagessen ruderten wir über Königs Wusterhausen, Zeuthener See, Eichwalde, Schmöckwitz, Richtershorn, Bammelecke und Langem See zum Bootshaus von Turbine Grünau. Nach dem Reinigen und Einlagern der Boote hieß es wieder "landfein machen".

Mit Straßen- und S-Bahn fuhren wir ins Zentrum, wo wir im historischen Hafen in einem zünftigen Schiffsrestaurant uns das Abendbrot gut schmecken ließen. Um 22 Uhr war eine Bärentour vorgesehen. Treffpunkt war in der Nähe der Nicolaikirche an Berlins ältestem Wirtshaus " Zum Nussbaum" (1871). Ein als Vampir verkleideter Nachtwächter führte uns im Galopp durch die düsterromantischen Orte Berlins, wie das Gasthaus " Zur Rippe" und "Gerichtslaube" und erzählte uns schaurig-gruselige Geschichten über Gerichtsbarkeit und Foltermethoden im Mittelalter. Mit Mühe erreichten wir unsere letzte S-Bahn in Richtung Grünau. Dies war wieder ein Höhepunkt der Wanderfahrt mit einer ausgewogenen Mischung von Ruder-, Land und Kulturprogramm.

Am nächsten Morgen, dem sogenannten Abreisetag, hatte es keiner eilig. Man frühstückte gemeinsam. Christel bedankte sich bei den Mitstreitern und Helfern mit Errinnerungsgaben. Peter Schmitz bedankte sich mit launigen Worten im Namen aller Teilnehmer bei Christel, Helma und Klaus und ließ die Fahrt Revue passieren und hob nochmals die Highlights der Wanderfahrt heraus.

Mit Absingen der Brandenburgischen Landeshymne
"Märkische Heide, märkischer Sand,
Sind des Märkers Freude,
sind sein Heimatland.
Steige auf du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand,
hoch überdunkle Kiefernwälder,
heil dir mein Brandenburger Land."

und einem dreifachen "Hipp, Hipp, Hurra…" ging eine wunderschöne Fahrt zu Ende, die gleichzeitig Erholung und Entspannung war.

Letzte Aktualisierung / last update: 05.10.2017