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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Der Einer-Zweikampf von Grünau und wie es dazu kommen konnte

... von Matthias Kohls

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(Bilder vorhanden!)
In einem Ruderklub geschehen ja gelegentlich seltsame Dinge. So trug es sich im Herbst 2007 zu, dass an einem großen Tisch im Thekenbereich unseres stolzen Hauses in der Regattastraße viele alte Hasen, aber auch ein junger Fuchs und ein alter Brummbär über damals redeten. Es wurde tapfer dem Biere zugesprochen, die alten Zeiten wurden immer schöner, die gemeinsam geschlagenen Schlachten immer siegreicher und der eigene Anteil daran immer größer. Ein Wort gab das andere und auf einmal war es soweit. Der junge Fuchs und der alte Brummbär kriegten sich in die Wolle; jeder bezweifelte die ruderischen Fähigkeiten des Anderen und zwar bis hinein in deren Anfangsgründe. Genugtuung musste her! Bloß gut, dass die Hieb- und Stichwaffen der einstmals schlagenden Verbindungen in unserem Hause nicht mehr an den Wänden hängen; so konnte ein Rückfall in die Barbarei vermieden werden. Die alten Hasen wirkten beruhigend auf die Hitzköpfe ein, und es wurde - hier Deutschland, hier Ordnung - vertraglich vereinbart, dass die Parteien sich in einem ruderischen Wettkampf unter schiedsrichterlicher Aufsicht an einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt messen sollten.
Der Große Vorsitzende wiegte bedenklich den Kopf, hatte er doch das gesellschaftliche Ansehen des RCTG im Sinne. Er schlug als Sportgeräte Angelkähne vor, was entrüstet zurückgewiesen wurde. Zu groß war die Schmach, sie sollte nicht noch durch die Wahl der Waffen verstärkt werden. So wurde also vereinbart, dass mit Rennbooten (Skiffs) ein Wettrennen über 400 m auszutragen sei. Der Sieger sollte Sieger sein und für immer Recht haben. (Das Original des Dokumentes ist aus Gründen, die völlig im Dunkel liegen, verschollen. Der Autor war daher bei der Recherche zu diesem Artikel auf mündliche Aussagen wahrscheinlich Beteiligter angewiesen, die einen gewissen Spielraum zur Interpretation boten.)

Der Winter kam, der Winter ging. Der Frühling ließ sein blaues Band flattern, und die Rudersaison begann. Der Große Vorsitzende hatte all die Zeit über still und beharrlich im Hintergrund gewirkt. Er hatte beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. So hielt er den Konflikt am Köcheln und nahm die Kontrahenten beim Wort. Es gab kein Zurück mehr, der Termin wurde festgesetzt und die Vorbereitungen getroffen. Eines schönen Sommertages war es soweit. Der Kurs war gesteckt, die Konditionen vereinbart und das Schiedsrichterboot blubberte vor sich hin. Gerade noch zur rechten Zeit war auch der junge Fuchs aus dem Comptoir herbeigeeilt. Der alte Brummbär war schon seit Längerem vor Ort gewesen und präsentierte sich den nahezu vollständig anwesenden Vereinsmitgliedern in einem klassischen Einteiler, der ihm in den Hüften schmeichelte. Beide schafften sie mit mehr oder weniger Hilfe den Einstieg ins knapp bemessene Gerät und begaben sich zur Startlinie. Der Ausgang ist bekannt. Der alte Brummbär belegte einen hervorragenden zweiten Platz, während der junge Fuchs lediglich Vorletzter wurde in dieser Einerkonkurrenz zu zweit. Das Mütchen war gekühlt und man vertrug sich wieder.

Merke I: Wenn zwei sich streiten, kann der Dritte (hier: der Restverein) lachen. Die Anhänger des freudbetonten Wanderruderns kamen voll auf ihre Kosten und es wurde noch ein richtig schöner Abend.

Merke II: Wenn man es nur lange genug streckt, hat man sogar zwei Mal etwas davon. Im März diesen Jahres (2009) kam es in den Räumen des RCTG zur Präsentation eines Filmes, der das oben Geschilderte dokumentenecht wiedergibt. Sie wurde kulturell umrahmt mit einer Bierverkostung, die von der Jugend organisiert worden war. Der war das einschlägige Angebot zu einseitig geworden und sie regte auf diese Weise dessen Verbreiterung an. Wahrlich, mir ist nicht bang!
Auch dieser Abend zeigte, welch wichtigen Platz der Verein im Alltag seiner Mitglieder hat.

Wer den genannten Film als CD/DVD erwerben will, kann dies gegen Entrichtung einer Vorzugsschutzgebühr in geringer Höhe bei Liane Bleicke tun.

Zum Abschluss noch eine Bitte: Lassen wir diesem Ereignis seine Einmaligkeit. Nichts wäre schädlicher, als eine inflationäre Häufung ähnlicher Veranstaltungen aus nichtigem Grund. Es gibt doch so viele Anlässe, die das Zeug zu einem Höhepunkt im Vereinsleben haben.
Kleiner Tipp: Im Sommer stehen Arbeiten zur grundhaften Erneuerung der Steganlage an. Sie erfordern Wagemut und Muskelkraft - Eigenschaften, die bei uns zweifellos in hohem Maße vorhanden sind. Lasst die fleißigen Handwerker nicht allein! Strömt zuhauf! Feiert ein Stegfest!

Letzte Aktualisierung / last update: 19.06.2017