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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Winfrieds Wanderfahrten 2009

Teil 4

... von Winfried Spychalski

Zu Himmelfahrt fand nun schon die vierte Warthefahrt statt. Wieder war kein weiteres Turbinemitglied dabei. Erstaunlicherweise habe ich dann doch noch 8 Leute gefunden. Zwei davon waren fester Landdienst, so dass einem ungehinderten Rudern nichts im Wege stand.
Die Fahrt sollte dieses mal beim Kilometer 485 unterhalb des Warthestausees beginnen und in Posen bei Kilometer 244 enden.
Trotz sehr früher Abfahrt am Himmelfahrtstag erreichten wir den Warthestaudamm fast zwei Stunden später als geplant. Die polnischen Landstraßen und eine ausgiebige Frühstückspause forderten doch ihren Tribut. Zu einer Einsatzstelle musste erst die Zufahrt erkundet werden.
Fast zwei Stunden später als geplant konnte abgelegt werden. Da es fast zwei Monate nicht geregnet hatte, war der Wasserstand sehr niedrig. Vor dem Ablegen beobachteten wir einen Angler, welcher nur mit Gummistiefel durch den Fluss lief. Tatsächlich waren wir froh, wenn das Wasser 20-30 cm tief war. An den Ufern war zu erkennen, dass das Wasser hier sonst einen halben Meter höher steht.
Auf der ersten 5 Kilometern machten uns drei Steinschüttungen zu schaffen, welche sich durch ihr Rauschen und tiefes Wasser ankündigten. Eine davon war fast einen halben Meter hoch. Da Umtragen am urwaldähnlichen Ufer nicht möglich war, wurde kurzerhand eine vermeintlich tiefe Stelle gesucht und diese durchfahren. Bei diesen Durchfahrten bekamen wir immer eine erfrischende Dusche ab. An der Dubrow hatte die stabile Kielleiste eine Beule und das Boot ein paar Kratzer mehr. Mit Holzbooten wäre unsere Wanderfahrt nach 5 Kilometern beendet gewesen. Ich hätte wohl doch den Hinweis beachten sollen, dass die Warthe mit Ruderbooten erst ab Uniejow (km 467) befahrbar ist.
Hinter diesen Hindernissen folgte ein Gebiet, in dem 2008 ein Wirbelsturm eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte. Auf ca. 7 km waren alle großen Bäume abgebrochen. Viele große Bäume lagen im Fluss und bildeten um sich herum Sandbänke. Es war eine mächtige Slalomfahrt angesagt. Bei jedem Rauschen fuhr uns der Schreck in die Glieder, was nun noch kommen würde, aber zum Glück war es nur der Wind in den Bäumen.
Kurz vor Uniejow münden einige Bäche in die Warthe und der Wasserstand betrug nun 30-40 cm.
Nach zwei aufregenden Stunden erreichten wir den Strand vom Thermalschwimmbad in Uniejow, wo der Landdienst schon auf uns wartete. Der Strand war wegen Wassermangel eigentlich der Flussgrund und wir ließen die Boote auf einer Sandbank einfach liegen. In Uniejow gibt es überall Thermalquellen. Die Warthe war so warm, dass wir uns die Füße darin wärmen konnten. Das Wasser ist hier noch sauber und klar und lädt zum Baden ein. Leider war der Fluss zum Schwimmen viel zu flach.
Der Gaststätte im Thermalbad wurde ein ausgiebiger Besuch abgestattet. Leider stand auf der Speisekarte nicht, wie groß manche Gerichte sind. Am Preis war das auch nicht erkennbar. Jedenfalls reichte meine Pizza noch fürs Abendbrot und nächsten Tag zum Mittag.
Gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Kolo bei km 436. Trotz guter Strömung und etwas tieferen Wassers kamen wir nicht so recht voran. Oft gerieten wir in Flachwasserstellen, wo die Fahrt erheblich abgebremst wurde oder mussten zwischen Sandbänken kreuzen.
Leider gibt es am Fluss keinerlei Kilometerschilder und man kann seine Geschwindigkeit schlecht schätzen. Nach fast 2 Stunden Rudern tauchte in Fahrtrichtung am Horizont ein großer Schornstein auf. Der Anruf beim Landdienst bestätigte, dass sie ca. zwei Kilometer unterhalb von Kolo eine schöne Wiese mit Blick auf eine Burgruine gefunden hätten und in der Nähe ein großer Schornstein sei. In Anbetracht dieser Nachricht wurde erst einmal eine etwas längere Pause eingelegt, wobei wir auf den Schornstein etwas näher zutrieben. Nach einer knappen Stunde ruderten wir an dem Schornstein vorbei. Nur der Ort Kolo war nirgends zu sehen. Weit hinten tauchte dafür in Fahrtrichtung ein weiterer großer Schornstein auf. Der Landdienst erkundigte sich, wo wir bleiben. Er wurde angewiesen, schon mal die Zelte aufzubauen, da wir erst im Dunkeln ankommen würden. Ohne Pause ging es weiter. Nach einer halben Stunde tauchte Kolo endlich vor uns auf. Aber die Freude wurde von ein paar mächtigen Mäandern getrübt. Der Ort war von allen möglichen Seiten zu sehen, aber wir kamen kaum näher. Zum Glück wurde der Fluss etwas schmaler und tiefer und man musste nicht mehr auf Sandbänke achten.
Im letzten Tageslicht wurde die Brücke von Kolo durchfahren und die letzten zwei Kilometer in Angriff genommen. Fast im Dunkeln erreichten wir den Landdienst, sprangen aus den Booten und halfen mit, das letzte Zelt aufzubauen. Im Schein der Taschenlampen wurden dann die Zelte eingerichtet und das Abendbrot verspeist. Beim Einschlafen prüften noch Wind und Regen eines Gewitters die Standfestigkeit unser Zelte.
Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne. Die Zelte waren vom Wind schnell getrocknet und konnten abgebaut werden. Beim Frühstück genossen wir den Blick auf die Burgruine am anderen Flussufer. Beim Baden im Fluss wurde festgestellt, dass das Wasser bis zu einen Meter tief ist. Daraufhin wurden die Zweier zu Dreiern umgebaut.
Nun vermeintlich schneller sollte dann das Mittagsziel Konin bei km 404 erreicht werden. Nach drei Stunden Rudern mit kurzen Pausen war von Konin immer noch nichts zu sehen. Die Landschaft sah so aus, als wenn man gleich da sei, doch fehlten auf den Hügeln am Ufer die weithin sichtbaren Neubauten. Es wurden zahlreiche Gierfähren passiert. Ein Fährmann hatte seine Fähre so geparkt, dass das Seil den Fluss voll sperrte. Trotz Rufen rührte sich nichts am Ufer.
Als wir gegen die recht schwache Strömung über das Seil fuhren, kam aus den Wartehäuschen laut brüllend der Fährmann angerannt. Wahrscheinlich sollten wir noch dafür bezahlen, dass er die Fähre weg fährt. Aber nicht mit uns. Eine Stunde später als geplant erreichten wir Konin.
Ab der Einmündung des Goplo-Kanals gibt es auch Kilometertafeln. Leider fing es vor Konin in Strömen an zu regnen. Aus Zeitgründen wurde nur schnell das nächste Lokal aufgesucht und weiter ging die Fahrt im strömenden Regen. Nach ca. zwei Stunden war die Autobahnbrücke erreicht und die ersten hellen Stellen am Himmel waren zu erkennen. Kurz vor Lad hörte der Regen endlich auf und der Wind trocknete unsere Sachen. In Lad wartete der Landdienst am kleinen Motorboothafen auf uns. Der Imbissstand war auch besetzt und die Toiletten offen. Doch irgendwie wollten uns die Getränke in nassen Sachen bei kaltem Wind nicht schmecken und wir beschlossen, weiter zu fahren. Wieder viel später als geplant erreichten wir trotz Ruderns mit nur wenigen kurzen Pausen Pyzdry.
An unserem alten Platz auf dem ehemaligen Sportplatz neben der alten Tribüne bauten wir unsere Zelte auf. Unter der Tribüne lag auch trockenes Holz für ein Lagefeuer, an dem wir uns Würstchen braten konnten. Leider beendeten aufkommender Regen und ein kalter Wind schnell den gemütlichen Abend.
Am nächsten Tag ließen wir uns vom leichten Regen und starken Wind nicht beim frühen Aufstehen stören. Bei ausgebauter Schlafkabine hatten wir alle acht genügend Platz zum Frühstück in Romans Zelt. Dank des starken Windes hörte beim Ablegen der Regen auf und ab ging die Fahrt auf der menschenleeren Warthe. Zum Glück war der starke Gegenwind wegen der bewaldeten Ufer, der vielen Kurven und des niedrigen Wasserstands wenig als hinderlich zu verspüren. Zum Glück waren die dicht unter der Wasseroberfläche liegenden Buhnenreste mit Bojen und Priggen gekennzeichnet. Es hätte sonst bestimmt ein paar Mal ordentlich gekracht.
Am km 333 wurde der Schnapszahl gedacht. Wieder kamen wir nur recht langsam voran. Der Kanuverein von Nowi Miasto wurde gegen Mittag erreicht. Obwohl der Ort für polnische Verhältnisse eine große Anzahl an Gaststätten hat, waren wegen Erstkommunion alle belegt. So brachten wir einen Imbissstand an einer idyllisch gelegenen Bushaltestelle an seine Kapazitätsgrenze.
Von Nowi Miasto bis Srem fährt man nur noch durch Wälder und Wiesen. Es sind so gut wie keine menschliche Bauwerke zu sehen. Leider hat man auch hier die Wasserhindernisse nicht mehr gekennzeichnet. Das mussten wir mit der Kollision mit einer Buhne in der vermeintlichen Flussmitte spüren. Zum Glück verlief der Vorfall glimpflich. Leider hatte ich mich in der Entfernung verschätzt. Srem erreichten wir erst am Abend. Hier sollte eigentlich am nagelneuen Rastplatz mit ruderfreundlichen Stegen und Sitzgelegenheiten eine Nachmittagspause eingelegt werden. Der Landdienst hatte schon eine Stunde auf uns gewartet. In Anbetracht der kurzen Entfernung zu unserem Tagesziel von 7 km fuhren wir bald weiter.
In Jaszkowo hatte der Landdienst ohne jegliche Polnisch- und Englischkenntnisse für uns Quartier in Betten mit Abendbrot und Frühstück zu organisieren. Die Unterkunft lag nur 50 m vom Wasser entfernt. Wegen des flachen Wassers hatten wir beim An- und Ablegen einige Mühe. Die Stege lagen irgendwo oben an Land. Die Boote wurden neben einem Koza- Gehege abgelegt. Die Koza-Meute kam neugierig angerannt und versuchte, durch den Zaun unsere Dollen anzunagen. Nachdem wir die Boote etwas abgerückt und den Zaun kontrolliert hatten, ging es dann ins gemütliche Quartier mit ausgiebigem Duschen. Man hatte es mit uns besonders gut gemeint und die Zimmer auf über 30 °C geheizt. Verstellmöglichkeiten an den Heizkörpern gab es nicht. Zum Glück entdeckte der Fahrtenleiter einen hinter einer Tür versteckten Kasten, in dem man die Heizung ausschalten konnte. Das Abendbrot ging dann beim Bier zum gemütlichen Beisammensein über.
Am nächsten Morgen ließen wir es bei Sonnenschein gemütlich angehen. Bis zu unserem Ziel in Posen waren nur 42 km zu rudern. Hinter Jaszkowo liegt ein lang gezogener Naturpark, in welchen man auch den Fluss sich selbst überlassen hat. Wieder gab es eine Kollision mit einer Buhne in der Flussmitte. Auf den letzten 30 km wurden die menschlichen Behausungen immer zahlreicher und größer. Man merkte, dass man sich einer großen Stadt nähert. Der Fluss hat hier relativ lange Geraden, welche in einem tiefen Einschnitt verlaufen. Durch das flache Wasser trat allerlei Gerümpel an den Ufern zu tage. Doch schnell war der Steg des Rudervereins erreicht. Der Landdienst hatte mit der Polizei verhandelt und durfte uns direkt neben dem Steg in Empfang nehmen. So war alles blitzschnell aufgeladen und die neuen Kratzer in der Dubrow begutachtet. Zügig ging es der Heimat entgegen. Irgendwann hatte der Fahrtenleiter mit der Korona Mitleid und hielt an einer schönen Gaststätte an, wo man seinen Hunger und Durst stillen konnte.
Wie geplant wurde die Fahrt im Bootshaus um 20.30 Uhr für beendet erklärt.

Letzte Aktualisierung / last update: 19.06.2017