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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Radpartie auch in Friedrichshain an der Spree entlang

... von Rainer Kleinfeldt(Kanalbetriebsstellenleiter)


Diese hier dargestellte Fahrradtour befahre ich schon sehr viele Jahre, in welchen sich die Trasse durch viel Baugeschehen und langfristige Planungen seitens des Senats so nach und nach immer wieder zugunsten der Radfahrer geändert hat. Schließlich ist ja Friedrichshain-Kreuzberg auch ein grüner Bezirk, zumindest vom Bürgermeister Herrn Schulz (Grüne) her. Die Tour verläuft, wie in der Überschrift erwähnt, auch wirklich größtenteils am Wasser entlang. Sie wird von mir auch immer wieder als eine Art Inspektionsfahrt nach Feierabend genutzt, weil so ganz nebenbei diverse größere und kleinere Auslaufbauwerke für Regen- und Mischwasser und auch viele Versickerungsmulden für Regenwasser mit auf dem Weg liegen.
Beginn ist am Rudolfplatz mit der weithin sichtbaren und auch von innen wirklich sehenswerten Zwinglikirche, oder auch von der gegenüberliegenden Kanalbetriebsstelle. Es geht von hier aus auf direktem Weg zum nun schon länger geschlossenen Osthafen, wo man jetzt direkt an der Kaimauer bis hin zur Elsenbrücke kommt, wenn nicht gerade wieder ein Bauzaun dazwischen ist. Zurzeit wird dort gerade auch ein Hotel gebaut, der für dieses Frühjahr geplante Bau des Prototyps eines in der Spree befindlichen Auffangbeckens für Mischwasserabwürfe - Projekt Spree 2012 - an einem dort mündenden Regenüberlaufkanal hat aber leider immer noch nicht begonnen. Auch unter der Elsenbrücke kommt man leider noch nicht hindurch. So muss man wieder kurz auf die stark befahrene Stralauer Allee, um dann durch eine Unterführung weiter auf die Halbinsel nach Alt Stralau zu gelangen. Hier ist in den letzten Jahren neben diversen Stadtvillen und Wohnblöcken fast rings um die Halbinsel auch eine herrliche Uferpromenade entstanden. Nur im Bereich des Friedhofes mit der auch sehenswerten Stralauer Dorfkirche ist ein Umweg über die Straße am Friedhof vorbei zu nehmen. Später ist auch hier der Weg am Ufer entlang über den Friedhof geplant, es stehen dieser Lösung noch einige gegenseitigen Meinungen im Wege.
Diese Uferpromenade war vor zwanzig Jahren kaum vorstellbar, als sich hier noch das alte Glaswerk Stralau, ein Gaswerk, die Brauerei Engelhard, eine Schiffswerft und andere Industriebrachen mit hohen Zäunen und Mauern befanden und man nirgendwo ans Wasser kam. Leider ist aber auch kein einziger Wassersportverein von Seglern oder Ruderern und auch keine Ausflugsgaststätte wieder aufgebaut worden, wie es vor dem Krieg noch ganz typisch für Alt Stralau war. Erinnert sei hier nur an den Stralauer Fischzug, einst das größte Volksfest in Berlin. Der letzte Fischzug fand Anfang der 90er Jahre statt, danach wurde er vom zuständigen Amt u.a. auch deshalb nicht mehr genehmigt, weil zu dieser Zeit gerade irgendwelche geschützten Vögel brüten. Eine heutige Besonderheit der Halbinsel ist, dass fast die gesamte Regenentwässerung sehr umweltfreundlich, aber arbeitsintensiv über ein Mulden-Rigolen-System erfolgt. Der Rummelsburger See, selbst als "Blinddarm der Spree" bezeichnet, wurde in den letzten Jahren entschlammt und wird auch heute noch intensiv belüftet und mit Mikroorganismen zur Verbesserung der Wasserqualität beschickt.
Nach Umrundung der Halbinsel gelangt man dann weiter nach Rummelsburg. Auch hier mussten das alte Betonwerk, die Grenzerkaserne, der berühmt-berüchtigte Knast und die "Gummibude", ehemals IG Farben, den neuen Wohnungsbauten weichen. Wasserseitig entstanden mehrere Bootsanleger und auch die im Krieg stark zerstörte Grobkläranlage und das Auslaufbauwerk des dort einfließenden verrohrten Ruschegrabens wurden endlich neu gebaut. Die Knastmauer wurde größtenteils abgetragen und aus den Knasthäusern entstanden Eigentumswohnungen mit einem herrlichen Blick auf den Rummelsburger See. Hinter der Einmündung des MHG (Marzahn-Hohenschönhauser Grenzgraben), mit der Funktion der Ableitung des Regenwassers aus dem Einzugsgebiet Marzahn-Hohenschönhausen in den See, ist die schöne Uferpromenade erst einmal zu Ende. Bis hierhin findet man auch immer wieder Info-Tafeln über die Geschichte an der Rummelsburger Bucht. Eine Weiterführung der Promenade bis nach Köpenick ist geplant und teilweise schon in Arbeit. Mehrere Strandbars haben sich hier am Ufer auf ebenfalls reichhaltig vorhandenen Industriebrachen schon angesiedelt. Auch die Deutsche Binnenreederei und die Reederei Riedel haben hier ihr neues Domizil gefunden. Zur Zeit aber muss man sich kurzzeitig vom Wasser trennen, sich auf die Köpenicker Chaussee begeben und vorbei am Kraftwerk Klingenberg, dem ehemaligen Rundfunkhaus in der Nalepastraße bis zur Kleingartensparte "Wilhelmstrand" den Autoverkehr neben sich gefallen lassen, aber immerhin gibt es hier einen Radweg. Die Kleingartenanlage gestattet viele verschiedene Wege weit ab vom Lärm. Man kann hier auch ein Gartenlokal in der Nalepastraße besuchen, oder sich mit der Fähre nach Baumschulenweg übersetzen lassen. Direkt neben dem Fähranleger mündet ein großer Regenkanal aus dem Gebiet rings um die Treskowallee. Von hier aus fuhren vor vielen Jahren mal zwei abenteuerlustige Herren mit einem Paddelboot kanalaufwärts und tauchten aus einem Schacht mitten auf einem Kasernenhof der Roten Armee in Karlshorst auf. Sie wurden natürlich in Gewahrsam genommen und der Kanalbetrieb musste danach den Auslauf an der Spree mit einer Kette vor unbefugtem Befahren sichern.
Weiter geht der Weg zur Tabbertstraße, über die Stubenrauchbrücke und am anderen Spreeufer zurück über Baumschulenweg, vorbei am alten Eierhaus, dem zugewachsenen Vergnügungspark Plänterwald, der Insel der Jugend mit Zugang über die im Jahre 1900 als erste Spannbetonbrücke der Welt gebauten Abteibrücke und der überall bekannten Ausflugsgaststätte "Zenner". Kurz vor "Zenner" mündet der Heidekampgraben, der ja weiter oberhalb einige Jahrzehnte lang "Grenzfluss "zwischen Ost und West" war. Hier beginnt der Treptower Park mit den Anlegestellen der Stern- und Kreisschifffahrt.
Unter der Elsenbrücke hindurch gelangt man dann am Allianz-Hochhaus, den Molekülmännchen im Wasser, dem Schiffsrestaurant "Hoppetosse" und dem Badeschiff vorbei bis zum Flutgraben mit mehreren Szenekneipen am und auf dem Wasser wie dem "Freischwimmer" und der Lohmühleninsel zum Beginn des Landwehrkanals an der Oberschleuse. Oberschleuse ist sie aber nicht, weil der Wasserstand höher ist, als der an der Unterschleuse am Tiergarten, denn der ist fast gleich oder manchmal sogar niedriger.
Dann haben uns der starke Autoverkehr und das typische Flair aus Istanbul in der Schlesischen Straße erst einmal wieder in ihrem Bann. Die herrliche Oberbaumbrücke kann als Übergang zum anderen Spreeufer genutzt werden, aber genauso gut kann man auch die Köpenicker Straße weiterfahren und erst die Schilling- oder die Michaelkirchbrücke nutzen Auch hier auf der Kreuzberger Seite sind Aktivitäten zur Schaffung einer Uferpromenade deutlich sichtbar.
Auf der Ostseite befinden sich im alten Mauerstreifen einige Strandbars, der Auslauf eines als Stauraum genutzten riesigen Regenüberlaufkanals, das Radialsystem V, die Schaltwarte der Abwasserpumpwerke von Berlin, der im Herbst öffnende Spreepark und der schon im vorigen Jahr eröffnete East-Side-Park mit seiner East-Side-Gallery. Weitere zu erwähnende markante Bauwerke sind hier noch das schwimmende Hotel, der "Speicher" mit verschiedenen Diskotheken in drei Etagen und Biergarten, das alten Kühlhaus der BeHaLa im Osthafen und das Narva-City-Gelände. Neben der Oberbaumbrücke mündet der riesige Regenüberlaufkanal des Radialsystems XII mit einem Maulprofil von 3379 / 2056 mm fast vollständig unter der Wasseroberfläche in die Spree. Direkt unter dem neu entstandenen Toyota-Autohaus zwischen Warschauer Platz und Naglerstaße befinden sich Reste der alten Fundamente des ersten Wasserwerkes von Berlin. Diese waren noch einmal kurzzeitig während des Baues des Autohauses sichtbar.
Somit hat sich der Kreis rund um die Spree hier wieder geschlossen. Es sind je nach Wahl der Wege etwa 25 bis 30 km zu bewältigen. Die An- und Abfahrt für Nichtansässige des Rudolfkiezes kann über den S-und U-Bahnhof Warschauer Straße erfolgen.

Letzte Aktualisierung / last update: 05.10.2017