Unsere Vereinschronik

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1960
Wie jedes Jahr fahren wir zu Ostern nach Blossin am Wolziger See. Hier haben die Wasser­werke ein wunderbares Erholungsheim, das wir über die Feiertage nutzen können. Die Fahrt führt uns von Berlin-Grünau über den Zeuthener See vorbei an den Orten Wildau und Königs Wusterhausen zum Krüpelsee und dem Bindower Fließ, weiter über den Dolgensee nach Prieros und schließlich nach Blossin. Das sind (hin und zurück) stolze 72 Kilometer, die von den Teilnehmern nach der langen Winterpause einiges abverlangen. Aber der stete Wechsel von Seen und Fließen wie auch die Ruhe auf den Gewässern in der Vorsaison belohnen für all diese Mühen, und so haben im Laufe der folgenden Jahre viele Ruderkameradinnen und -kameraden an dieser Fahrt teilgenommen.
Im Bindower Fließ: H. Thieme, H. Borries, P. Möller, H. Fuhrmann, Stm. Ch. Arndt. Foto: RCTG
Im Bindower Fließ: H. Thieme, H. Borries, P. Möller, H. Fuhrmann, Stm. Ch. Arndt.
Foto: RCTG

Mai 1960
Das erste Mal führt uns eine große Wanderfahrt mit einem Bootstransport in die Potsdamer Gewässer, die für uns damals wegen der innerdeutschen Nachkriegsgrenzen nur auf dem Landweg erreichbar waren. Im Vierer rudern auf der Havel und deren schönen Gewässern Christel Arndt, Ilse Cummerow, Werner Zetsche, Wolfgang Nehls, Peter Möller, im Zweier ohne rudern Klaus Westphal und Heinz Borries. Die Gegend um das Städtchen Werder hat für Wasserwanderer viele Reize und die Mühen des Bootstransports sind schnell vergessen. Leider endet diese Fahrt wegen schlechten Wetters bereits in Klein Kreutz.

August 1960
Seit vielen Jahren fahren unsere Wanderruderer im August auf Urlaub zum Springsee, so auch dieses Jahr. Als besonderen Gag tragen sie, entgegen der Turbine-Kleiderordnung, gestreifte Jerseys, und jeder Ruderer hat eine andere Streifenfarbe. Diese Urlaubsfahrten finden Ende der 50-er Jahre und in den 60-er Jahren regelmäßig und traditionell mit wech­selnden Mannschaften statt. In den 70-er Jahren erst wird sich eine feste Mannschaft heraus­bilden, die einmal im Jahr eine Springseefahrt unternimmt.
1960 am Springsee: im Vierer M. Pehl, J. Schülke, B. Schauer, P. Möller, H. Borries, im Zweier ohne K. Bahrensfeld, U. Dähne. Foto: RCTG
1960 am Springsee: im Vierer M. Pehl, J. Schülke, B. Schauer, P. Möller, H. Borries, im Zweier ohne K. Bahrensfeld, U. Dähne. Foto: RCTG

1963 - 1970
Unsere Ruderer Wolfgang Müller und Wolfgang Nehls trainieren bei den Ruderern der be­nach­barten BSG Empor Berlin und gehen als Renn­gemein­schaft mit den Empor-Ruderern an den Start. Im Achter werden sie 1965 (Ost)Berliner Bezirksmeister. Sie gewinnen damit zum ersten Mal einen Meistertitel für die Sektion Rudern der BSG Turbine Berlin. Neben vielen Siegen im Lgw.-Vierer m. Stm. und Lgw.-Achter werden sie später insgesamt noch fünfmal Bezirksmeister und einmal Pokalsieger. Der Ruder-Pokal wird vom DRSV der DDR in allen nichtolympischen Lgw.-Bootsklassen für Ruderer vergeben, die in Betriebs­sport­gemein­schaften trainieren. Er verkörpert damit den DDR-Meister-Titel für die im Breitensport organisierten Ruderinnen und Ruderer.

1964
Es gibt immer ein erstes Mal, und so findet 1964 mit sechs Teilnehmern die 1. Elbefahrt von Turbine statt. Es folgten jährlich auf der Elbe Gemeinschaftsfahrten einiger Turbineruderer mit den Magdeburger Ruderern (MSO) vom tschechischen Melnik nach Magdeburg. Fahrten­teil­nehmer sind Peter Oehm, Hans Fuhrmann, Rolf Neumann, Wolfgang Arndt II, Klaus Westphal und Klaus Bahrensfeld.

1965
Ab Mitte der sechziger Jahre konzentriert sich die Sportgemeinschaft fast ausschließlich auf das Wanderrudern. Im Wanderruderwettbewerb der ehemaligen DDR ist der 5. Platz aus dem Jahr 1961 für mehrere Jahrzehnte das „schlechteste“ Ergebnis. 1962 erreichen wir den 4. Platz. Einen 3. Platz erreichen wir zweimal und dann folgen bis zum Jahr 1991 nur noch erste und zweite Plätze.
Siegfried Winter trainiert die Turbine-Jugend bis 1979. Er setzt viel Zeit und trainerisches Geschick dafür ein, fordert auch viel Disziplin und gute Trainingsleistungen und erringt mit den ihm anvertrauten Kindern und Jugendlichen viele Siege. Er führt sie unter anderem bei der Kinder- und Jugendspartakiade bis zur Endlaufteilnahme. Diese Spartakiaden stellten republikoffene Wettkämpfe für jugendliche Ruderer dar. Sie wurden nach dem ko-System zunächst auf Kreisebene ausgetragen, die Kreisbesten nahmen an den Ausscheidungen auf Bezirksebene teil, und die Bezirksbesten ruderten in den Endläufen. Für die jungen Nach­wuchs­ruderer war eine Teilnahme an den Spartakiade-Endläufen eine große Ehre, für die man sich im Training hart ins Zeug legen musste.
Festakt bei Turbine: der alte „Rhein“ wird getauft. Foto: RCTG
Festakt bei Turbine: der alte „Rhein“ wird getauft. Foto: RCTG

17.09.1967
Turbine-Ruderer lösen einen großen Grenzalarm aus! Eine Mannschaft trainiert im Achter für die im Herbst stattfindende Rohrwallregatta. Da auf der Dahme eine hohe Welle steht, fahren wir in den Teltowkanal. Dort ist das Wasser sehr ruhig, aber wir befinden uns im „Grenzgewässer“, der Teltowkanal war in Richtung Westberlin abgeriegelt und für den Verkehr mit Booten gesperrt. Die ersten Grenzer tauchen am Ufer auf und verlangen sofort unseren Rückzug. Wir fahren weiter und schon werden rote Signalraketen abgeschossen. Die Aufregung am Ufer wird immer größer, die Posten klappern wütend mit ihren Kalasch­nikows, können aber nichts gegen uns ausrichten. Da nun auch Offiziere der Grenztruppen auftauchen, wenden wir und rudern zurück zum Bootshaus. Anhand der Blattfarben konnte man uns mühelos als Turbineruderer identifizieren. Ausbaden musste dieses „Fehlverhalten disziplinloser Ruderer“ Hans Fuhrmann.

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