Unsere Vereinschronik

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Unsere
Vereins-Chronik
Liebe Ruderkameradinnen und Ruderkameraden, liebe Leser dieser Chronik,

nun liegt sie also erstmals in schriftlicher Form vor uns, die Chronik des RC Turbine Grünau e. V. von 1952 bis Ende Jahr 2006.

In diesen Jahren wurde einiges an Rudergeschichte geschrieben. Es gab viele Höhepunkte wie Regattaerfolge, viele erste Plätze beim Wanderruderwettbewerb des DRSV und des DRV, tolle Wanderfahrten, es wurde gefeiert und gehochzeitet im Verein. Aber es gab auch Zeiten der Trauer und Tiefschläge wie den schmerzhaften Verlust von Vereinsmitgliedern durch einen tragischen Unfall und den mehr oder weniger erzwungenen Auszug aus dem alten Bootshaus nach vierzig Jahren. Aber auch nach diesen Tiefschlägen ging es immer irgendwie weiter, wie wir uns auch nach besonderen Erfolgen niemals ausgeruht – sondern einfach weiter gerudert haben.
Geschrieben wurde diese Geschichte durch die Vereinsmitglieder, für viele von ihnen ist der RC Turbine Grünau ein Stück ihres Lebens geworden. Manches Ereignis ist seinerzeit nicht oder nur skizzenhaft dokumentiert worden und musste nun rekonstruiert werden. Wenn sich dabei Ungenauigkeiten eingeschlichen haben, so bitten wir um Nachsicht, und wir freuen uns über ergänzende Anregungen und Verbesserungen. Gewiss werden die Jüngeren unter uns den vorliegenden Start nutzen und die Chronik in bestimmten Zeitabständen fortführen.
Mein herzlicher Dank gilt den Vereinsmitgliedern, welche beim Entstehen dieser Chronik mitgewirkt haben, und ein besonderer Dank an den Ruderkameraden Peter Möller, der den Hauptanteil dazu beigetragen hat, und an Hannes Thiergärtner für die Unterstützung bei der Textfassung.
Ich wünsche allen Ruderkameradinnen und Ruderkameraden sowie Freunden des Ruder­sports in Nah und Fern viel Spaß beim Lesen dieser Chronik und bin guten Mutes, dass auch in Zukunft viele Seiten dieser Chronik hinzugefügt werden können.
Mit rudersportlichem Gruß
Wilfried Tetzlaff
1. Vorsitzender des RC Turbine Grünau e. V.

Berlin, im Januar 2008

Grünau – das Wassersportzentrum im Südosten Berlins
Nach der Reichsgründung 1871 entwickelte sich in Köpenick an den Flüssen Spree und Dahme rege Bautätigkeit. Fabriken, Villen, Gasthäuser und Landhäuser wurden erbaut.
Kommerzienrat Georg Büxenstein gründete 1880 den Berliner Ruder-Club und 1881 den Berliner Regatta-Verein, aus dem der Landesruderverband Berlin hervorging. Bootshäuser wurden für den sich nun in Berlin entwickelnden Rudersport an den Ufern der Dahme errichtet. Erste Ruderregatten fanden statt. Grünau, unmittelbar an Köpenick angrenzend, ent­wickelte sich zum Wassersportrevier im Südosten der deutschen Hauptstadt. 1880 fand die erste Regatta auf der Dahme mit Ziel am Gesellschaftshaus, einem vornehmen Aus­flugs­lokal mit Saalbetrieb und einem mit Kastanien bewachsenen Garten, statt. 1936, nun mit Köpenick in Berlin eingemeindet, wurden auf diesem Kurs die olympischen Ruder- und Kanu­wettbewerbe ausgetragen. Das sich hier einfindende internationale Publikum sorgte für den guten Ruf Grünaus als Villenvorort und Wassersportzentrum Berlins.
Der Zweite Weltkrieg setzte diesem aufblühenden Sportbetrieb ein jähes Ende. Nach 1945 lagen große Teile Berlins in Schutt und Asche. Aber die überlebenden Berliner ließen sich trotz aller Entbehrungen nicht unterkriegen und dachten auch über eine Wiederaufnahme des Sportbetriebes nach.
Im Mai 1945 war die „Stunde Null“ und gleichzeitig auch die Chance zum Neubeginn für den Sport im Allgemeinen. Diverse alliierte Kontrollratsgesetze verboten zwar zunächst alle ehe­maligen Sportvereine. Es bildeten sich aber nach und nach neue kommunale Sportvereine auf der Basis „antifaschistisch-demokratischer Sportgemeinschaften“. Wesentliche Grund­lage des organisierten Ruderns in dieser Zeit waren der Befehl Nr. 124 der damaligen Sowjetischen Militäradministration (SMAD) zur Verwaltung von Wassersportstätten und die Richtlinie für den Wassersport vom 18.07.1946 vom Hauptsportamt des Magistrats von Groß-Berlin zur Errichtung von Wassersportabteilungen. Auch wenn der Rudersport wegen seiner in dieser Zeit vor­ge­nom­menen Einstufung als „feudale Sportart“ nicht gleich seine Freigabe erhielt, fanden sich bald die aus dem Krieg zurückgekehrten Mitglieder früherer Vereine, ehe­malige Arbeiter­sportler, Jugend­liche und andere rudersportbegeisterte Frauen und Männer in ihren bzw. anderen in Wohnortnähe liegenden Bootshäusern ein und begannen mit der Auf­bau­arbeit und Organi­sierung des Rudersports (nach „Vereinsgeschichte des Spree-Ruder-Clubs Köpenick e. V.“).
Und hier beginnt im Jahre 1952 die Geschichte der Turbineruderer.

(Der Name „Betriebssportgemeinschaft Turbine“ stand in der ehemaligen DDR für alle Betriebs­sport­gemein­schaften, deren Trägerbetriebe aus der Energiebranche oder ähnlichen Wirt­schafts­zweigen kommen.)


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